Mehr Hochdeutsch beim Volkstheater

Die Ruhe will sich nicht recht einstellen: Thomas (Thorsten Junge, re.) hatte gehofft, seine neue Platte hören zu können, bevor seine Frau (Anna Lorenzen) mit ihm sprechen will. Dann stört auch noch ein Handwerker (Karl Braker, Mitte). (Foto: PR)

Bei „Een Stünn lang Roh“ von der Volksspielbühne Rissen sprechen nur noch die Hauptdarsteller Platt

Von Hans Kall

„Een Stünn lang Roh“ heißt das neue Theaterstück der Volksspielbühne Rissen, das am Sonnabend, 2. April, um 19 Uhr Premiere in der Aula der Schule Iserbarg 2 feiert. Die flotte Komödie von Florian Zeller ist für die Amateure aus Rissen nicht nur das traditionelle Frühjahrsstück, sondern zugleich ein Experiment. Auf die Zuschauer wartet ein Sprachenmix aus Platt- und Hochdeutsch, zudem werden die sechs Aufführungen erstmals an zwei Wochenenden gezeigt.
„Wir sehen einen Generationswandel“, sagt Regisseurin Ute Junge, „wir haben die Rollen der beiden Hauptdarsteller ins Niederdeutsche übersetzt.“ Wer mit dem Plattdeutschen nicht so vertraut ist, kann sich an den anderen fünf Mitspielern orientieren, die hochdeutsch sprechen. „Plattdeutsch“, sagt Ute Junge, „kann man so ganz nebenbei kennenlernen.“
Bislang spielte die Volksspielbühne Rissen ihre beiden jährlichen Aufführungen im Frühjahr und Herbst ausschließlich in plattdeutscher Mundart. Nur das Weihnachtsstück mit dem Nachwuchs gibt es in Hochdeutsch. Otto Schröder, ein ehemaliger Mann aus dem Ohnsorg-Theater, der in Rissen lebte, gab den Laienschauspielern Anfang der 1960er-Jahre den Rat, „im ländlichen Randgebiet Hamburgs nur niederdeutsch zu spielen“. Ein Rat, der mit Erfolg verknüpft war.

Über sechs Jahrzehnte Volksspielbühne
Die am 1. Mai 1955 gegründete Volksspielbühne Rissen sorgt seit mehr als sechs Jahrzehnten für Kurzweil und Unterhaltung in der Aula der Schule Iserbarg, die seit 1967 das Domizil ist. Vorher tingelten die Amateurmimen über die Dörfer. Das erste Stück „Der Hasenhüter und die Königstochter“ wurde im Dezember 1959 im Heidehaus aufgeführt.
Neu ist auch der Spielplan in diesem Jahr – ebenfalls ein Experiment. Künftig werden die Aufführungen an zwei Wochenenden stattfinden. Die Premiere ist jetzt am Sonnabend, an den beiden Sonntagen gibt es jeweils um 16 Uhr zwei Nachmittagsvorstellungen. Der Montag und Dienstag bleiben als Aufführungstage.
In der Komödie „Een Stünn lang Roh“ geht es um Thomas , der seit seiner Jugend für die Schallplatte „Me, Myself and I“ schwärmt. Er hat sie endlich auf einem Flohmarkt gefunden und stürmt überglücklich nach Hause, um sie zu hören. Bevor sein bester Freund zu Besuch kommt und seine Frau mit ihm ein dringendes Beziehungsgespräch führen möchte, hat er noch genau eine Stunde Zeit ...

Premiere Sonnabend, 2. April, 19.00 Uhr,
weitere Vorstellungen:
Sonntag, 3. April, 16.00 Uhr, Sonnabend, 9. April, 19.00 Uhr, Sonntag 10. April, 16.00 Uhr, Montag, 11. April, 20.00 Uhr, Dienstag, 12. April 20.00 Uhr
Weitere Infos gibt es bei der Volksspielbühne Rissen unter der Telefonnummer 86 69 09 27, oder per der E-Mail an vbr@rissen.de.
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