Letzte Chance, den Revoluzzer zu sehen

„Figments“ heißt die knapp ein Meter hohe Holzskulptur aus dem Jahr 2003, die aus einzelnen Ringen besteht. (Foto: pr)

Am Sonntag endet die erste Hamburger Ausstellung von Tony Cragg im Barlach Haus

Das Ausstellungsmotto ist Programm:„Against the grain“, auf Deutsch:Gegen den Strich. Tony Cragg präsentiert im Barlach Haus seine Holz-Skulpturen, die gegen den Strich des Herkömmlichen und Alltäglichen gearbeitet sind. Seine ungewöhnliche, fast schon revolutionär zu nennende Arbeitsweise brachte dem Bildhauer vielfache, internationale Auszeichnungen ein, wie beispielsweise den Turner Prize (1988) oder den „Chevalier des Arts et des Lettres“(1992).
Zwei der insgesamt zwölf ausgestellten Plastiken stehen im Garten des Barlach Hauses. Sie brauchen schlichtweg Platz, um ihre Wirkung entfalten zu können. Dazu zählt beispielsweise „Points of View“ aus dem Jahr 2007.
Dagegen steht „Figments“, eine gut einen Meter hohe Skulpur, im Innenraum des Barlach Hauses. Scheinbar aus einem Block gehauen, entpuppt sie sich bei näherer Betrachtung als „Stückwerk“:Cragg hat eliptische, genau ausgewogene Holzringe sorgfältig aufeinander gestapelt, diese teilweise verschraubt und dann gewissenhaft abgeschliffen.
Mit dieser Technik und der bewussten perspektivischen Verzerrung der Raumkörper entlockt Cragg vertrauten Materialien wie Holz oder Bronze neue Formen. Seine komplexen Werke vereinen mathematische Präzision mit Eleganz, Dynamik und Leichtigkeit.
Cragg hat sich ganz bewusst für das Barlach Haus als Ausstellungsort entschieden:Hier treffen seine Raumkörper auf Barlachs streng reduzierte Figurenbilder. So entspinnt sich ein anregendes, spannungsreiches Zwiegespräch zwischen einem Klassiker der Moderne und einem Protagonisten der Gegenwartskunst.
Der britische Bildhauer Tony Cragg, der seit 1977 in Wuppertal lebt, stellt zum ersten Mal in Hamburg aus. Neben wichtigen Arbeiten der letzten Jahre werden in der Ausstellung „Against the grain“ auch neue Holz-Skulpturen sowie ausgewählte Zeichnungen und Aquarelle zu sehen sein, die Einblicke in Craggs Weltsicht liefern.
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