Lernen auf der Wiese

Die Siebtklässler Niko, Lucia, Michel, Linus, Sammy, Janlucas, David und Leon marschieren zur Wiese. (Foto: pr)

Stadtteilschule Rissen hat eine ein Hektar große Wiese gepachtet

Rissen - Jetzt gehört zur Stadtteilschule (STS) Rissen auch eine gut ein Hektar große Grünfläche. Sie wurde von der Stadt gepachtet. Zukünftig sollen hier 200 Schüler „Schule auf der Wiese“ erleben können. Das Projekt ist bei den Eltern nicht ganz unumstritten.
„Die angemietete Wiese ist keine 500 Meter weg von der Schule“ freut sich Schulleiter Claas Groth. Hier am Eibenkamp sollen die Schüler in Wahlpflichtkursen ab dem nächsten Frühjahr Kontakt mit der Natur aufnehmen. Bis zum Winter wurden bereits 155 Bäume gepflanzt. „Die Schüler legten so richtig los, auch die, die sonst ein wenig rappelig sind“, sieht Groth einen ersten pädagogischen Effekt.
Zukünftig sollen Unterrichtsfächer wie beispielsweise Physik oder Biologie auf der freien Wiese tatkräftig be-griffen werden. „Wenn man beispielsweise einen Baumstamm bewegen soll, kann man die Hebelgesetze praktisch anwenden“, so Groth. „Auf den Hochbeeten können alte Gemüsesorten angebaut werden, und die Schüler können der Frage nachgehen, wie so ein Beet überhaupt funktioniert.“ Schon jetzt gibt es einen „Apfeltag“, für den die Schüler Äpfel ernten und mos-ten.
Doch nicht alle Eltern sind begeistert von diesen Aktivitäten. „Die Stadtteilschule wird eher wie eine Berufsschule gehandhabt“, so ein Elternteil aus der 8b im Internet. „Durch Apfelpressen und Backen werden bestimmt keine Kenntnisse in Mathe, Englisch und Physik vermittelt.“ Eine Mutter der 8b wittert in dieser Art Unterricht sogar eine weitere PR-Maßnahme für die Schule.
Auch die Bewohner Rissens sollen die Wiese weiterhin nutzen. „Wir können uns vorstellen, zehn kleinere Flächen zu verpachten. Dort können Kleingärtner etwas anpflanzen. Urban gardening ist ja jetzt im Trend. Den Erlös stecken wir dann wieder in die Wiese“, so Groth. „Auch die Jugendlichen,die sich bereits im hinteren Bereich der Wiese treffen, wollen wir nicht vertreiben. Natürlich können Hundebesitzer und Spaziergänger weiterhin den Trampelpfad durch die Wiese zum Feldweg 72 nutzen.“
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