Klopstockplatz bekommt ein neues Gesicht

Jörn-Christian Christensen hat im alten Rumond-Walther Haus gewohnt und freut sich auf den Tag, an dem er in das neue Haus einziehen kann. (Foto: ch)

Grundstein gelegt für das neue Rumond-Walther-Haus

- Christiane Handke, Ottensen - Jörn-Christian Christensen (67) freut sich. Die große Baustelle am Klopstockplatz bedeutet für ihn: Er wird bald wieder in Ottensen wohnen. Vor einem halben Jahr musste er aus dem alten Rumond-Walther-Heim ausziehen, weil das Seniorenheim am Klopstockplatz abgerissen wurde. Christensen wohnt nun im Bugenhagenhaus in Klein Flottbek – aber nur vorübergehend. Mitte 2014 soll das neue Rumond-Walther Haus fertig sein; dann ziehen Christensen und die anderen ehemaligen Bewohner wieder nach Ottensen.
Jetzt wurde der Grundstein gelegt. Das neue Haus wird eine Seniorenresidenz mit 96 Plätzen umfassen sowie drei Sozialwohnungen für über 60-Jährige. Auch das Pastorat der benachbarten Christianskirche sowie Räume für die Gemeindearbeit und der Weltladen werden hier unterkommen.
Das Haus ist das vierte Seniorenheim in Hamburg, das direkt neben einer Kirche angesiedelt ist. Der Bau entsteht nach Plänen des Büros Dinse Feest Zurl Architekten und wird mit fünf Geschossen und insgesamt 5.654 Quadratmetern deutlich größer als der alte. Das 1961 errichtete Vorgänger-Heim hatte Platz für 56 Senioren. Christiane Winter, Vorsitzende des Kirchengemeinderats der Christianskirche und Nachbarin des Neubaus, sieht das Wachsen des Gebäudes mit gemischten Gefühlen: „Der neue Bau ist risieg, hat ganz andere Dimensionen als das alte Rumond-Walther Haus.“ Der Klopstock-platz bekommt dadurch ein anderes Gesicht. Doch drunter gings nicht: Das alte Seniorenheim wurde unter anderem abgerissen, weil es zu klein war, um wirtschaftlich zu überleben. Und für die Plätze im neuen Rumond-Walther-Haus ist im Stadtteil jede Menge Bedarf. Winter: „Das neue Haus wird eine soziale Lücke in Ottensen schließen.“
11,5 Millionen Euro kostet der Bau; Bauherr ist der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Das Pflegeheim wird betrieben von der gemeinnützigen Rumond-Walther-Haus GmbH.
Info: Tel. 822 76 30

Aufgeschnappt

Gottvertrauen haben
Klar, dass man bei der Grundsteinlegung eines kirchlich betriebenen Seniorenheims an Gott nicht vorbeikommt. In sämtlichen Reden, den kurzweiligen wie den langatmigen, kommt ER ausführlich vor. Sein Segen wird beschworen, seine Hilfe erbeten, ihm wird gedankt, die Bibel wird zitiert, ein Kirchenlied gesungen – Gott ist mittenmang dabei. Oder?
Als Höhepunkt der Feierlichkeiten wird der Grundstein, ein schwerer Betonklotz, vom Kirchenvorplatz an seinen Bestimmungsort in die Baugrube transportiert. Ein Kran lässt eine massive Eisenkette herab, Arbeiter befestigen sie an Metallschlaufen, die im Betonblock eingelassen sind. Dann zieht der Kranführer den Block an der Kette in die Höhe. Da baumelt der Stein nun über der Feiergesellschaft. Die stiebt zur Seite: Könnte ja sein, dass der Kran den Klotz fallenlässt....
Trockene Bemerkung von Lokalpolitiker Wolfgang Kaeser (SPD): „Die haben einfach kein Gottvertrauen.“
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