Kleinkrieg zwischen SPD und Grünen

Gekippt! Das Theater N.N. wollte auch in dieser Saison wieder „Leonce und Lena“im Amphitheater aufführen. Doch daraus wird nichts. Die Grünen ließen den SDP-Antrag scheitern. Stattdessen werden dort während des Sommers Naturfilme gezeigt. (Foto: pr)

Römischer Garten: Naturschützer darf Filme zeigen, Grünen lassen SPD-Antrag für Theater N.N. scheitern

Istel/Handke, Blankenese - Ein Naturschützer zeigt diesen Sommer im Römischen Garten seine Filme. Eigentlich wollte hier, wie im Sommer 2011, das Theater N.N. wieder spielen. Doch es bekam so hohe Auflagen, dass es die finanzielle Belastung nicht wuppen konnte. Dem Naturfilmer wurden dagegen keinerlei Bedingungen gestellt. Wie kommt das? Über diese Frage liegen sich nun SPD und Grüne in den Haaren.
Naturschützer Benjamin Harders hat einen guten Draht zu den Grünen. Er darf seit Mitte Juni im Römischen Garten seine Naturfilme zeigen. Eine Kaution für Schäden am Garten brauchte er nicht zu leisten. „Jeder startet erst mal, ohne eine Bürgschaft leisten zu müssen“, so Kerstin Godenschwege vom Bizirksamt Altona.
Anders das Theater N.N., das bislang hier spielte. Das hätte eine 5.000-Euro-Bürgschaft hinterlegen müssen, um im Römischen Garten aufzutreten. Außerdem sollte ein - vom Theater bezahlter - Lärmgutachter die Vorstellungen begleiten. Anwohner hatten sich nämlich beschwert, das Theater sei zu laut.
Das Theater N.N. konnte weder die Bürgschaft noch den Gutachter bezahlen. Die Vorstellungen mussten alle abgesagt werden. Daraufhin versuchte die SPD, dem klammen Theater zu helfen, machte sich auf die Suche nach einem preisgünstigen Gutachter und startete einen Antrag in der Bezirksversammlung. Der sollte das nötige Geld aus Bezirksmitteln beschaffen. Beides scheiterte.
Schuld daran sind die Grünen, sagt ein SPD-Bezirkspolitiker und bekennender Fan des Theaters N.N. Die Grünen hätten die Abstimmungen zum Antrag absichtlich verzögert. Kein Wunder, deutet der SPD-Mann an, auf diese Weise hätten die Grünen dem Naturfilmer den Römischen Garten als Freiluft-Kino verschafft.
Die Grünen wehren sich:„Das war keine Verzögerungstaktik“ rechtfertigt Gesche Boehlich, Fraktionschefin der Grünen das Vorgehen. „Das Problem war die Bürgschaft. Zahlen wir jetzt für einen die Bürgschaft, müssen wir das in Zukunft für alle machen.“
Pikantes Detail: SPD und Grüne sind Koalitionspartner! Eigentlich müssten sie am gleichen Strick ziehen. Doch anscheinend rappelt es gewaltig im Karton.
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Benjamin Harders aus Blankenese | 17.07.2012 | 15:53  
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