Kita vor dem Aus

Rebecca Holst (vorn), Almut Brand und Barbara Link sind sauer, dass sie so lange über die Zukunft der Kita im Unklaren gelassen wurden. Johanna, Konrad, Greta (vorn), Paulina und Lorenz bekommen von der ganzen Aufregung noch nicht viel mit.

Kita Wichmannstraße muss jetzt Räume abgeben und schließt im Sommer 2014 komplett – neuer Standort noch unklar

Bahrenfeld - Seit November sind sie genervt von der Schul- und Sozialbehörde: Eltern, deren Kinder die Kita Wichmannstraße 31 besuchen. Die Kita soll jetzt einige Räume an die benachbarte Schule Groß Flottbek zurückgeben. Sie werden für die ganztägige Betreuung der Grundschüler gebraucht. Alle Räume will die Schule mit Start des Schuljahres 2014/15 zurück. Die Kita muss schließen. Ein neuer Standort ist noch nicht in Sicht.
Die gemeinnützige, städtische „Vereinigung“, die heute Elbkinder heißt, betreibt seit 17 Jahren die Kita in den Räumen der Grundschule Groß Flottbek. Jetzt fordert die Schule einige Räume zurück. Dort sollen Grundschüler ab dem nächsten Schuljahr nachmittags betreut werden. Aber nicht von den „Elbkindern“, sondern vom Kita-Werk Blankenese. Da dieses auch Krippen- und Elementarkinder vom Kita-Werk betreuen kann, drohte die Schulbehörde dem jetzigen Träger der Kita mit der Kündigung.
„Wir haben uns ganz bewusst für die Kita entschieden. Sie ist an nur sieben Tagen im Jahr geschlossen und betreut die Kinder von 6 bis 18 Uhr. Das ist ideal für mich als berufstätige Mutter“, sagt Almut Brand. Ihre heute 17-monatige Tochter Paulina hat sie schon vor deren Geburt in der Kita angemeldet.
Doch die Eltern wurden wochenlang im Unklaren darüber gelassen, welcher Träger die Kita zukünftig leiten wird. „Uns ist nicht egal, wer die Trägerschaft hat“, so Mutter Rebecca Holst. „Kinderbetreuung ist keine Ware, sondern Vertrauenssache.“ Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde, hält dagegen: „Egal, wie die Entscheidung über die Trägerschaft ausfällt: Kein Kind aus dem Krippen- und Elementarbereich wird ohne Betreuung sein.“
Kürzlich wurden die Eltern in einem Brief der Sozialbehörde informiert, dass die Kita ihre Räume in der Wichmannstraße zum Sommer 2014 komplett aufgeben wird. Solange können die 75 Krippen- und Elementarkinder dort noch betreut werden. „Ein von einigen Eltern befürchteter Beziehungsabbruch ist damit für Ihre Kinder abgewendet“, heißt es in dem Brief. „Mich ärgert, dass die Behörde ihr Vorgehen auch noch als Gewinn verkauft“, so Almut Brand wütend.
Wo die Kita nach den Sommerferien 2014 einen neuen Standort findet, ist noch unklar. Entlassen werden soll kein Mitarbeiter.
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