Kein Durchkommen!

Im Ernstfall kämen Menschen zu Schaden: Gleich sechs Falschparker blockieren die Kehre im Lübbersmeyerweg, so dass das Rettungsfahrzeug nicht weiterkommt. (Foto: mars)

Rettungswege für Polizei und Feuerwehr sind zugeparkt

Schmidt/Istel, Alt-Osdorf - Es ist 19.50 Uhr: Zwei Feuerwehrwagen biegen vom Blomkamp in den Lübbersmeyerweg ein. Sie proben den Ernstfall: Kommen die Rettungsfahrzeuge zwischen den parkenden Wagen durch?
Langsam zirkeln die Fahrer ihre roten 14-Tonner zwischen Laternen-Parkern hindurch. „Viele glauben, so gerade noch erlaubt zu stehen“, weiß Feuerwehrmann Dirk Bockelmann. Doch schon in der Kehre bleibt die Kolonne stecken: Gleich sechs Autofahrer haben ihre Pkw so abgestellt, dass kein Lebensretter mehr durchkommt. Bockelmann: „Wir sind mit einem Löschfahrzeug und einer Drehleiter unterwegs. Je 2,50 Meter plus Spiegel“ braucht das Fahrzeug an Platz. Würde es brennen, wären jetzt Menschenleben in Gefahr.
Aus dem Polizeibus steigt Jens Jacobs aus. Er verteilt „Knöllchen“, tippt die Kennzeichen in einen kleinen Computer ein. Einigen Falschparkern droht der Abschleppwagen. Hinter Fenstern bewegen sich Gardinen, neugierige
Blicke beobachten das Geschehen. Die Polizisten rufen alle „Schlepp-Kandidaten“ an, geben ihnen eine Chance zum Umparken. Immerhin drohen ihnen etwa 25 Euro für ihre Rücksichtslosigkeit. Zusätzlich stehen noch zirka 190 Euro fürs Abschleppen ins Haus.
Als erste läuft Lisa zu ihrem Wagen: „Es gibt hier keine Parkplätze, ich muss jetzt zum Blomkamp fahren!“, ist sie genervt. Doch der Bürgernahe Beamte Ulrich Koch weiß: „Hier gibt es reichlich Tiefgaragen, die vielen zu teuer sind.“
Um 22.05 Uhr zieht Polizei-Hauptkommissar Hajo Heidenreich eine erste Bilanz der Nacht: „Wir haben 45 Knöllchen verteilt, einen Wagen abgeschleppt, eine Abschlepp-Aktion abgebrochen – obwohl wir alle davor von der Aktion informiert haben.“
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