Kampfhunde unterm Dach gezüchtet

American Staffordshire Terrier Welpe - etwa fünf Wochen alt. (Foto: ch)

Pärchen wollte schnelles Geld mit verbotenem Welpenverkauf machen

von Christiane Handke, Lurup - Ein Haus mit Garten an der Flurstraße – wie das Nachbarhaus weiß und zartrosa gestrichen. Vergangenen Donnerstagabend klingelte hier die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl für die Wohnung im Dachgeschoss. Der Verdacht: In diesem Haus werden verbotene Kampfhunde gezüchtet. Volltreffer! In der Wohnung von Rani B. (20) und Berufsschüler Michel H. (23) fanden die Beamten die American-Staffordshire-Hündin Jacky und fünf Welpen, noch keine sechs Wochen alt.
Für 500 Euro pro Welpe seien die Tiere im Internet angeboten worden, erklärt Polizeisprecherin Ulrike Sweden. Ursprünglich waren es sechs – ein kleiner Hund ist schon vermittelt worden. Sweden: „Wer immer diesen Hund hat, soll schnellstens mit ihm einen Tierarzt aufsuchen, der Welpe ist viel zu früh von seiner Mutter getrennt worden.“ Da der Käufer den Welpen aus illegaler Zucht hat, hat er sich selbst auch strafbar gemacht.
Es gibt noch mehr Anzeichen dafür, dass das Luruper Paar Kampfhunde nicht aus Tierliebe, sondern aus reiner Geldgier gezüchtet hat. Laut Polizei wurden Jacky und ihre Welpen „absolut nicht artgerecht“, sondern in einem großen Drahtkäfig gehalten, der lediglich mit Zeitungspapier ausgelegt war.
Rani B. ist schon im Jahr 2011 aufgefallen, weil sie Hunde illegal verkauft haben soll. Daneben soll die junge Frau wegen Nötigung, schwerem Raub, Diebstahl, Körperverletzung und Betrug polizeibekannt sein.
Sie war mit ihrem Freund Michel H. erst Anfang des Monats in das rosa Haus gezogen. Kurz darauf gingen sowohl beim Amt für Verbraucherschutz als auch beim Bezirklichen Ordnungsdienst Hinweise auf die illegalen Welpenverkauf ein. Daraufhin wurde die Polizei benachrichtigt.
Jacky und ihre Jungen konnten von den Polizeibeamten ohne Probleme aus der Wohnung geholt und in das Tierheim Süderstraße gebracht werden. Dort, so Polizeisprecherin Ulrike Sweden, werden sie jetzt aufgepäppelt und dann in andere Bundesländer vermittelt. Hamburger dürfen die Tiere nicht kaufen - das Halten von American Staffordshires, wie auch von anderen Kampfhunden der Kategorie 1, ist in der Stadt verboten.
Gegen Rani B. und ihren Freund wird jetzt wegen Verdacht auf gewerbsmäßigen Handel mit Kampfhunden und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Info-Kasten: Was sind "Kampfhunde"?
American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie Mischlinge mit diesen Rassen gelten nach dem Hamburger Hundegesetz immer als gefährliche Hunde.
Innerhalb der Stadtgrenzen ist nach geltenden Vorschriften für das „Halten und Führen von gefährlichen Hunden“ das Halten dieser Hunde grundsätzlich verboten. Ausnahmen sind streng geregelt und nur unter vielen Auflagen möglich.
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1 Kommentar
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Kaspar von Sternberg aus Wilhelmsburg | 18.04.2013 | 13:35  
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