Kampf gegen Blechlawinen im Treppenviertel

Ach, ist das hier schön.... und hinein in den Stau: Auch am Strandweg gibt es kaum Stellflächen, also wird dieser Ausflügler im engen Treppenviertel nach einem Parkplatz suchen - genau wie all die anderen Touristen, deren Kennzeichen verraten, dass sie aus Goslar, Bremen, Wolfsburg, Leipzig, Ingolstadt oder München bis hierher angereist sind. Anwohner sind seit Jahren genervt, doch es ändert sich nichts. Foto: ch

Obwohl es verboten ist, strömen am Wochenende Tausende Besucher von auswärts
mit ihren Pkw in Blankeneses Treppenviertel. Polizei scheint machtlos.

Von Reinhard Schwarz. Wochend’ und Sonnenschein - doch nicht jeder freut sich über das gute Wetter: Anwohner von Strandweg und Treppenviertel sind regelmäßig genervt, wenn scharenweise motorisierte Touristen in ihr beschauliches Viertel einfallen - und dabei alle Verbote ignorieren. Denn sonnabends und sonntags dürfen nur Anwohner den Bereich mit dem Pkw passieren. Das hält aber offenbar niemanden davon ab, bergab durch das enge Treppenviertel über die Blankeneser Hauptstraße kommend in den schmalen Strandweg einzubiegen.
Schranke eine Lösung? Seit Jahren kämpft Anwohnerin Renate von Appen gegen die Blechlawinen, die sich durch den Strandweg quälen. Mit wenig Erfolg. Doch die 72-Jährige ist eine Kämpfernatur. Sie streitet für eine Schrankenregelung, um am Wochenende nur noch Anwohner-Pkw den Zugang zur beliebten Promenade zu ermöglichen. Der Grund: „Keiner der Autofahrer von auswärts hält sich an die Anwohnerregelung. Und bei Touristen hat sich herumgesprochen, dass das nicht verfolgt wird.“
Warum greift die Polizei nicht ein? Tatsächlich ist es ein offenes Geheimnis, dass die Polizei kaum Personal hat, um dem Besucheransturm Einhalt zu gebieten. Das geht aus Sitzungsprotokollen hervor. Aber auch der frühere Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose hat das in einem Schreiben Renate von Appen gegenüber im Juni 2012 eingeräumt: „Die Überwachung zur Einhaltung der Beschränkungen ist nach Aussage der Polizei personell zur Zeit nicht leistbar.“
Was sagen Politik und Bezirksamt? Eine Schranke sei keine Lösung, erklärt Gesche Boehlich (Grüne): „Das haben wir seit Jahren mit Polizei und Feuerwehr besprochen. Das ist alles durchdiskutiert.“ Tim Schmuckall (CDU) plädiert für mehr Parkplätze im oberen Teil Blankeneses: „Das muss dann aber auch ordentlich ausgeschildert werden.“ Derzeit prüfe der Bezirk, inwieweit im Bereich Falkentaler Weg/Waseberg „zusätzlicher Parkraum“ geschaffen werde, erklärt Sprecherin Kerstin Godenschwege. Eine Schranke lehne der Bezirk weiterhin ab.
Das sagt die Polizei:
Michael Allers, Leiter Prävention und Verkehr am Polizeikommissariat (PK) 26, erklärte: „Dem PK 26 ist die Problematik am Strandweg und dem Treppenviertel in Blankenese sehr wohl bewusst. Das Thema genießt bei uns ganz hohe Priorität. Wir sind bemüht, die Beeinträchtigungen für die Bewohner so gering wie möglich zu halten und treffen dazu eine Reihe von Maßnahmen. Dazu zählen u.a.: gezielt durchgeführte Einsätze mit Stadtteilbeamten und den Beamten der Fahrradstaffel sowie weiteren Kollegen des PK 26 – soweit verfügbar. Diese Polizeibeamten werden zur Überwachung des Strandwegs eingesetzt.“
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K. T. aus Blankenese | 12.06.2014 | 15:27  
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