„Kajüte“ macht dicht - wahrscheinlich aber nur ein paar Tage

Beliebt: Vor und in der „Kajüte“ lässt es sich gut aushalten. (Foto: cvs)

Ausflugslokal an der Elbe schließt zum Jahresende – vorerst! Doch es scheint schon eine neue Pächterin zu geben

Chr. v. Savigny - Vor der „Kajüte SB 12“ sitzen an diesem späten Sonntagnachmittag viele Spaziergänger. Trotz der kühlen Temperaturen bleibt kaum ein Außentisch des kleinen Lokals im Strandweg unbesetzt. Einige lesen Zeitung, andere unterhalten sich oder rühren gedankenverloren in ihrem Kaffee und gucken auf die Elbe hinaus. „Die Atmosphäre stimmt“, sagen die Besucherinnen Karen Halfbrodt und Ina Sentner aus Winterhude. „Wir fühlen uns wohl hier.“
Doch die Tage der „Kajüte“, die ihr Namenskürzel „SB 12“ von einem ehemaligen Elbschiff übernommen hat, sind vorerst gezählt: Zum Jahresende muss die urige Kneipe mit Blick auf den Fluss ihre Pforten erst einmal dicht machen. „Der Mietvertrag ist ausgelaufen und wird nicht verlängert“, bestätigt Pächter Marno Röder. „Ich bin darüber natürlich nicht glücklich, aber man kann nichts machen.“ Am 7. Oktober habe er die Nachricht von Vermieter Bernd Geercken erhalten. „Die Kündigung ist fristgerecht bei mir eingegangen, rechtlich ist also alles in Ordnung“, betont Röder, der die „Kajüte“ zwölf Jahre lang geführt hatte.
Das Lokal am Strandweg war und ist beliebt bei Touristen und Einheimischen – selbst Otto Waalkes soll hier schon gesichtet worden sein: „Ich mag die Kajüte, weil sie nicht so 'ne Schickimicki-Bude ist“, sagt Christoph Bartsch aus Niendorf. Robin Zumwinkel aus Blankenese findet die Lage einzigartig: „Wo kann man sonst schon so gemütlich draußen sitzen?“, fragt er. „Ich komme immer mit dem Hund hier vorbei, manchmal kaufe ich mir etwas zu trinken.“
Ganz auf den Kneipenbesuch müssen die Freunde der „Kajüte“ indes nicht verzichten: Laut Vermieter Geercken soll das Lokal unter einem neuen Betreiber „so schnell wie möglich“ wieder eröffnen. Und das wird voraussichtlich schon Anfang Januar sein. Über den Grund der Kündigung hüllen sich die Besitzer in Schweigen. „Der Vertrag ist ausgelaufen, mehr sagen wir dazu nicht“, lautet der knappe Kommentar.
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