Iserbrook: Dauerstreit um Grundstücke

Eine lange, gerade Straße: Die Senator-Paul-Neumann-Siedlung entstand während der Jahre 1935 bis 1937 während der Nazi-Herrschaft. Foto: rs

Eine harte Nuss auch für die neue Bezirksversammlung:
die Senator-Paul-Neumann-Siedlung

Von Reinhard Schwarz. Das ist alles eine unendliche Geschichte“, sagt Marlies Wordtmann und beugt sich über eine große Karte. Diese zeigt das Gebiet der Senator-Paul-Neumann-Siedlung in Iserbrook kurz vor der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Seit Jahren kämpft die streitbare ehemalige CDU-Bezirksabgeordnete und Anwohner-Sprecherin für den Erhalt der 1935 bis 1937 entstandenen einstigen „Reichsheimstätten-Siedlung“.
Die 69 Häuser wurden nach 1945 von der englischen Besatzungsmacht und nach Gründung der Bundesrepublik von der Hansestadt verwaltet. Mitte der 1990er Jahre, mit Auslaufen der 60-jährigen Erbpacht, konnten die Bewohner die Häuschen mit bis zu zwei Dritteln des Grundstücks kaufen. Der restliche Teil gehört weiterhin der Hansestadt, die Siedler dürfen ihn für eine geringe Pacht nutzen, aber nicht bebauen.
Worum dreht sich der Streit? Über die Frage, was mit diesen Restgrundstücken geschehen soll, gibt es seit rund 20 Jahren Streit. Hansestadt und Bezirk Altona wollen dort auf jeden Fall Wohnbebauung ermöglichen. Der Zwist dreht sich um die Frage, wer die Grundstücke kaufen darf. Die Siedler hätten gerne gekauft, doch das habe der damalige schwarz-grüne Senat verhindert, grollt Wordtmann. Aus Sicht von SPD-Politiker Wolfgang Kaeser sei das zukünftig kein Problem mehr: „Selbstverständlich wird es so sein, dass den Alt-Eigentümern ein Vorkaufsrecht eingeräumt wird.“
Warum ist eine Bebauung derzeit nicht möglich? Rechtliche Grundlagen böten die Bebauungspläne Iserbrook 6 und 23. Doch die liegen derzeit auf Eis, denn es gibt ein Hindernis: Durch den schwierigen Untergrund kommt es bei Starkregen immer wieder zu Überschwemmungen. Kaeser: „Wir müssen auf jeden Fall erstmal die Entwässerungsprobleme lösen, bevor wir die Bebauungspläne wieder aufleben lassen.“
Wie soll es weitergehen?
Der Plan: Es werden Entwässerungsgräben gezogen, die sich an den Grundstücksgrenzen entlang schlängeln, dann in kleinen Regenrückhaltebecken und letztlich in die Düpenau münden. Wordtmann hat im Grunde nichts gegen diese Pläne, hält sie aber für zu aufwendig: „Man könnte doch die vorhandenen Gräben wieder instand setzen.“ Doch damit muss sich die neue Bezirksversammlung befassen – insofern schon fast eine unendliche Geschichte.
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