Im Einsatz für die plattdeutsche Sprache

Ausgezeichnet: Annelie Lettermann, Hilma Wieck, Elke Novitski und Herbert Lettermann (v.l.) zeigen ihre Medaillen.

Vier Mitglieder der Volksspielbühne Rissen mit Senatsmedaille ausgezeichnet.

Von Christopher von Savigny.
Zusammengerechnet kommen sie auf knapp 200 Jahre Theatererfahrung: Elke Novitski (70), Hilma Wieck (83), sowie Herbert (71) und Annelie Lettermann (70) engagieren sich seit Jahrzehnten mit viel Herzblut bei der Volksspielbühne Rissen. Dafür gabs jetzt jeweils eine „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes“ von der Hamburger Kulturbehörde. Die vier altgedienten Theaterleute sind mächtig stolz auf die Ehrung: „Ich finde es toll, dass der Senat unsere ehrenamtliche Arbeit in dieser Form würdigt“, sagt Elke Novitski.
Drei Stücke zeigt die Volksspielbühne jährlich in der Aula der Schule Iserbarg, zwei davon in plattdeutscher Sprache. Kürzlich lief die letzte Vorstellung von „Een Fall för Paster Braun“, eine „Kriminalkummedi in sechs Biller“. Anfang Dezember steht ein Weihnachtsmärchen auf dem Programm.
Seit 57 Jahren – offizielles Gründungsdatum der Volksspielbühne ist der 1. Mai 1955 – wird das Plattdeutsche von den Vereinsmitgliedern gehegt und gepflegt. „Damit haben wir sozusagen Pionierarbeit geleistet“, sagt Hilma Wieck. Denn das Interesse am Plattdeutschen sei stark gestiegen, inzwischen werde es sogar wieder an Schulen populär.
„Ich habe die Sprache von meinem Großvater gelernt“, berichtet Annelie Lettermann. Jetzt gibt sie ihr Wissen an die jüngere Generation weiter, als Leiterin der Kindergruppe „Die Bühnenspatzen“. Einmal wöchentlich probt das Nachwuchsensemble, die Altersgrenze liegt bei zwölf Jahren. Daneben existiert eine weitere Gruppe für Jugendliche, „Die Nesthocker“. Von den momentan 108 Mitgliedern der Bühne sind 37 als Schauspieler aktiv, die übrigen arbeiten im Hintergrund als Regisseur, Bühnenbauer, Beleuchter, Tontechniker, Kartenverkäufer und was sonst noch an Aufgaben anfällt.
„Mit der Verleihung der Medaille möchte ich mich im Namen des Senats für die Initiative, das Engagement und den kontinuierlichen Einsatz für die Volksspielbühne Rissen bedanken“, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler. „Vor allem Kindern und Jugendlichen werden tolle Möglichkeiten geboten, sich im Theaterspielen zu erproben und gleichzeitig die plattdeutsche Sprache zu erlernen.“
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