Ikea: Grundstein gelegt

Yelka Grgic: „Mein Hass ist vorbei!“ (Foto: ch)

Bei der Feier in der Baugrube ließ Ikea auch die Gegner zu Wort kommen

von Christiane Handke, Altona - Am Mittwoch wurde an der Großen Bergstraße der Grundstein für das weltweit ers-te Ikea-Haus gelegt, das nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten in der Stadt in einer Fußgängerzone entsteht. Dieses Konzept hat in Altona nicht nur Freunde. Wie Ikea mit den Gegnern umgeht, wurde bei der Feier zur Grundsteinlegung deutlich: Dort wurde der Protest durch liebevolle Umarmung erstickt.
So waren Einladungen zur Feier mit Imbiss an alle namentlich bekannten Ikea-Gegner rausgegangen, einer ihrer Vertreter durfte als erstes am „offiziellen“ Mikrofon eine Rede halten. „Einen Fluch“ wolle er Ikea mitgeben, erklärte er, und sagte voraus: „Das hier wird nicht funktionieren!“
Ganz anders sieht das Staatsrat Michael Sachs aus der Baubehörde. Der Protest sei logisch, denn „jeder möchte seine Umgebung so behalten, wie er sie kennt.“ Doch sei deutlich geworden, dass die Große Bergstraße begonnen habe aufzublühen, nachdem Ikea angekündigt habe, sich hier niederzulassen. Allerdings gibt auch Sachs zu, dass Unwägbarkeiten bleiben: „Wir haben alles getan, um die Rahmenbedingungen zu schaffen, aber eine Garantie gibt es nicht.“ Damit spielte er an auf die Befürchtungen, im Gefolge von Ikea könne das Verkehrschaos nach Altona kommen.
Fakten gab es von Christian Mollerus, der das neue Ikea-Haus leiten wird. 37 Meter wird das Gebäude hoch; es steht auf dem weltweit kleinsten Grundstück (10.000 Quadratmeter) aller Ikea-Standorte. Zum ersten Mal werde ein Haus speziell für die Ikea-Kunden gebaut, die kein Auto haben; ideal sei die Nähe des Bahnhofs und zahlreicher Omnibuslinie. Darüber hinaus sollen Möbeltaxis, Carsharing und Leihtransporter dabei helfen, Ware zum Kunden nach Hause zu transportieren.
Kein Argument für Ikea-Gegner Dr. Thomas Leske, der die Entscheidung für Ikea nach wie vor falsch und „von einer sugges-tiven und irreführenden Fragestellung und einseitiger propagandistischen Darstellung des Vorhabens geprägt“ findet.
Yelka Grgic, unmittelbare Nachbarin der Baustelle, hat sich dagegen mit dem Projekt Ikea versöhnt: „Mein Hass ist vorbei. Viele Leute sagen immer noch: Warum muss das sein? Aber ich glaube, es wird gut.“
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