Gegen die Sprachlosigkeit

Regina (M.) und Elena (re.) Peter lernen für ihr Zertifikat „Deutschtest für Zuwanderer“. Petra Gerigk (l.) gibt letzte Tipps für die Prüfung.

Neuer Deutschkurs für Migranten startet im April

- Osdorfer Born - Eifrig beugen sich Regina und Elena Peter über ihre Bücher und Unterlagen. „Wir machen Mitte März unsere Deutschprüfung“, so die beiden Spätaussiedlerinnen aus Russland. Sie sind Teilnehmerinnen des Deutschkurses, den der Verein Interkulturelle Bildung Hamburg (IHB) anbietet.
„Ich bin schon ganz aufgeregt“, sagt Regina Peter. Doch eigentlich hat sie keinen Grund dazu. Ihre Mutter Elena erklärt: „Schon vor unserer Ausreise aus Tscheljabinsk haben meine Tochter und ich drei Jahre lang Deutsch gelernt. Als wir hierher kamen, haben wir nochmals Deutschkurse besucht.“
Montags bis freitags trafen sich Regina und Elena Peter jeweils drei Stunden am Vormittag mit anderen Kursteilnehmern, um bei Ute Seedorf und Machthild Vogedes Sprache und Kultur ihres neuen Heimatlandes kennenzulernen. „Wir waren eine internationale Gruppe. Wir lernten gemeinsam mit Leuten aus Togo, Afghanistan, Thailand, Marokko und Polen. Untereinander haben wir nur Deutsch gesprochen, denn das war die einzige gemeinsame Sprache“, sprudelt es nur so aus Regina Peter heraus. „Wir haben nicht nur die deutsche, sondern auch viele andere Kulturen kennengelernt. Und ich habe Freundinnen aus Indien, Armenien und Togo gefunden.“
Wenn Elena und Regina Peter ihre Prüfungen schaffen, haben sie den 660-stündigen Integrationskurs mit dem Zertifikat „Deutschtest für Zuwander/innen“ bestanden. Der Nachweis wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für das weitere Bleiberecht in Deutschland gefordert. Die Kosten: 120 Euro pro 100 Unterrichtsstunden. Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld II-Bezieher zahlen nichts.
Neben Integrationskursen bietet der IHB auch Alphabetisierungskurse an. „Der Kurs wendet sich an Zuwanderer aus Ländern, in denen andere Schriftzeichen gebräuchlich sind, wie beispielsweise Kyrillisch oder Arabisch. Aber auch Menschen, die in ihrem Heimatland nur wenige Jahre zur Schule gegangenen sind, sind willkommen“, lädt Kurskoordinatorin Petra Gerigk ein.
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