Geboren mit einem kranken Herzen

Inge Heyde (oben) gründete vor 25 Jahren den Verein „Herz-Kinder-Hilfe“. Als jetzige Ehrenvorsitzende des Vereins ist sie noch immer aktiv. Hier bindet sie gerade eine Schleife an einen Teddybären, den ein frisch operiertes Kind zum Kuscheln bekommen wird.

Herz-Kinder-Hilfe Hamburg setzt sich seit 25 Jahren für betroffene Kinder und deren Eltern ein

Groß Flottbek - Überglücklich schloss Inge Heyde ihren neugeborenen Sohn Lars in die Arme. Doch dann kam der Schock: Die Ärzte diagnostizierten bei Lars einen schweren Herzfehler. Statt mit ihrem Schicksal zu hadern, stellten sich Inge Heyde und ihr Mann der Herausforderung: Sie kämpften nicht nur für das Leben ihres Sohnes, sondern gründeten 1988 – drei Jahre nach Geburt von Lars – die Herz-Kinder-Hilfe, um anderen betroffenen Eltern zu helfen und Mut zu machen.
„Damals, im Jahr 1986, hatte Hamburg – im Gegensatz zu heute – keine eigene Kinder-Herz-Chirurgie. Mein einjähriger Sohn wurde damals in London operiert. Zu all dem Stress mit der Krankheit kam auch noch der Reisestress mit dem Kleinkind hinzu“, erinnert sich Inge Heyde. „Heute geht das alles vor Ort im Universitären Herzzentrum Hamburg“, ist sie froh.
Damit Lars überhaupt operiert werden konnte, musste er mindestens zehn Kilo wiegen. Ein Martyrium für den kleinen Lars begann: „Viele Herzkinder sind schlechte Esser. Der Körper ist mit der Sauerstoffaufnahme so beschäftigt, dass er keine Energie mehr hat für die Essensaufnahme“, erklärt Inge Heyde. Also begann sie, ihren Sohn mit Engelsgeduld zu füttern, wog ihn vor und nach den Mahlzeiten. „Wenn das Kind gespuckt hatte, wurde auch das gewogen, um zu sehen, wie viel wirklich gegessen wurde.“
Die Freundinnen litten mit der Mutter mit. „Aber von Betroffenen zu Betroffenen redet es sich ganz anders“, weiß die Englisch- und Geographielehrerin. Also gründete sie die gemeinnützige Herz-Kinder-Hilfe, deren Vorsitzende sie bis vor zwei Jahren war. „Jedes Jahr kommen etwa 250 Kinder mit einem angeborenem Herzfehler im Großraum Hamburg zur Welt. Wir unterstützen die Eltern, machen ihnen Mut und informieren sie. Natürlich besuchen wir jedes Vereins-Kind nach der Herz-OP. Es bekommt dann einen Teddybär mit Schleife, damit es sich geborgener fühlt.“
Lars ist heute ein lebensfroher Mann. „Es geht ihm gut, aber so richtig gesund ist er nicht“, sagt Inge Heyde, und die Sorge um die fragile Gesundheit ihres Sohnes ist deutlich zu hören.

Infokasten:

Herz-Kinder-Hilfe Hamburg
Hilfe und Selbsthilfe für
Eltern herzkranker Kinder
Inge Heyde
Wolsteinkamp 63
Tel. 82 29 38 81
www.herz-kinder-hilfe.de
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