Er lief mit Sean Penn über den roten Teppich

Noch entspannt Heinz Lieven mit einem Buch über die Hamburger Kunsthalle. Doch am nächsten Sonntag wird er bei der Sondervorführung des Films über seine Familie im Blankeneser Kino mit dabei sein.

Jetzt gibt es einen Film über den bekannten Blankeneser Schauspieler Heinz Lieven

Blankenese - Er lief schon mit Sean Penn über den Roten Teppich in Cannes, drehte mit Evelyn Hamann „Adelheid und ihre Mörder“ und stand auf vielen berühmten Theaterbühnen in Deutschland: Heinz Lieven. Über den Schauspieler, der in Blankenese groß wurde und noch heute hier wohnt, drehte Claus-Michael Rohne einen Film, der jetzt im Blankeneser Kino gezeigt wird.
„Rohne hatte vier Wochen nichts zu tun und kam auf die Idee, einen Film über mich zu drehen“, erinnert sich Lieven. „Fand ich eine gute Idee. Er hat mich was gefragt, und ich habe geantwortet“, beschreibt er die Dreharbeiten. Im Film, der in Lievens Haus Opn Kamp entstand, beantwortet Lieven Fragen zu seiner Familiengeschichte. „Ich musste ab und an aufpassen, was ich sage. Denn Interviews weisen glatteisartige Partien auf“, sinniert er. „Die Familie steigt auf, hält sich und steigt wieder ab. Das ist ähnlich wie bei den Buddenbrooks“, fasst Heinz Lieven das bewegte Leben dreier Generationen prägnant zusammen.
Heinz Lieven ist der Enkel von Ferdinand Nather, einem reichen Holzkaufman aus Riga. Nach der Oktoberrevolution musste dieser flüchten, kam nach Deutschland und wurde in Blankenese sesshaft. Seine Tochter Mary heiratete einen Freund der Familie, den Arzt Dr. Wilhelm Lieven. Von ihrem Vater bekam sie die Villa Grüneck am Falkensteiner Ufer geschenkt. „Nach dem frühen Tod meines Vaters ­führte meine Mutter die Villa als Pension weiter“, erinnert sich Lieven. „Im Winter wars immer leer. Deshalb verkaufte Mutter das Haus vor dem Krieg an die Stadt. Es wurde eine Dependance des Hamburger Tropeninstituts.“
Nach dem Krieg, den der 1928 geborene Heinz Lieven in der Hitlerjugend und als Flakhelfer erlebte, verbrachte er erst einmal einige Zeit auf dem Bauernhof seines Bruders, bevor er zum Theater ging. Mit 22 Jahren begann seine Theaterkarriere mit einer Rolle in „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ in der Hamburgischen Staatsoper. Dann spielte er auf mancher bekannten Bühne Deutschlands, führte Regie, drehte Filme.
„Mit 83 Jahren spielte ich in „Cheyenne -This Must Be The Place“ einen ehemaligen KZ-Aufseher, der Cheyenne (Sean Penn) quer durch Amerika sucht. Der Film wurde 2011 in Cannes preisgekrönt – und ich durfte zu meinem Erstaunen über den roten Teppich in die Premiere gehen“, lächelt Lieven.


Heinz Lieven, ein
Schauspieler aus
Blankenese
Sondervorführung
Sonntag, 17. Februar
11.30 Uhr
Blankeneser Kino
Blankeneser
Bahnhofstraße 4
Der Künstler ist anwesend
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