Er ist der „Kino-Punk“

Der Betreiber des Elbe-Kinos, Hans-Peter Jansen, macht seit den 70er-Jahren Kino. Foto: jve

Hans-Peter Jansen betreibt das Elbe- und das Blankeneser Kino
sowie fünf weitere Häuser

Julia Vellguth, Osdorf
Sein Markenzeichen ist eine Pudelmütze: Hans-Peter Jansen (70) betreibt seit 20 Jahren das 1954 eröffnete Elbe-Kino. Sieben Kinos in Hamburg und Schleswig-Holstein, unter anderem das Blankeneser und das Studio-Kino, betreiben Jansen und seine Frau Lydia heute. Ihre Kinder Lea (25) und Nick (29) sind seit zwei Jahren dabei.Hans-Peter Jansen, der in der Szene schon als „Kino-Punk“ und „Kino-König“ bezeichnet wurde, ist Programmkino-Macher der ersten Stunde. Weil ihm und ein paar Freunden das Kinoprogramm der 70er-Jahre nicht gefiel, eröffneten sie 1977 in Eidelstedt das Alabama-
Kino und zeigten, was ihnen gefiel. „Durch die Programmkinos der 70er-Jahre hat man vieles entdeckt, das sonst nie in Kinos gekommen wäre“, meint der studierte Elektrotechniker und Betriebswirt. Er legt im Elbe-Kino, das er 1996 übernahm, den Schwerpunkt auf Kinder- und europäische Filme. Den Begriff „Programmkino“ hält er für überholt. Für ihn ist das Elbe-Kino ein gut laufendes Stadtteilkino, in dem auch mal große Filme zum Bundesstart anlaufen. Für ihr Programm wurden Jansens Häuser bislang jedes Jahr vom Bundeskultusministerium ausgezeichnet.
Zur Stammkundschaft im Elbe-Kino zählt Jansen das ältere, intellektuelle Publikum und Kinder. Für sie sichtet die gesamte Familie Jansen Filme auf Pressevorführungen, Filmfesten und Messen. Hans-Peter Jansen legt Wert auf den persönlichen Kundenkontakt. Regelmäßig ist die Familie in ihren Kinos vor Ort, verkauft selbst Karten und Popcorn und informiert über das Programm. „Viele verlassen sich mehr auf mein Urteil als auf die Filmkritik“, erzählt der Eimsbütteler. „Wenn das Monatsprogramm herauskommt, lassen sich einige die besten Filme von mir ankreuzen.“
Nachdem er den Mietvertrag fürs Elbe-Kino um weitere 15 Jahre verlängert hat, wurde das Haus im Sommer umfangreich renoviert. Die neuen, 234 Sitze im Saal sind breiter, es gibt Mittelgänge und in den
hinteren drei Reihen eine Loge. Durch ein neues Kassensystem können Platzkarten auch online reserviert werden. Geblieben sind die charakteristischen Hängelampen im Saal und die Süßigkeitentüten. „Die darf man nicht abschaffen“, so Jansen.
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