Einkausbahnhof Altona nicht ganz dicht

Es tropft durch: Subway-Mitarbeiter Simonas Sustavicius hat beim Aufwischen geholfen. Foto: cvs

Bei Starkregen laufen Geschäfte im Untergeschoss voll Wasser – Problem besteht seit Jahren

Ch. v. Savigny, Altona

Auf einem Handy-Video ist zu sehen, wie Passanten unter einem Vorhang von Regenwasser die Treppe hinauflaufen. Eine Angestellte des benachbarten Imbisses „Asia Wok“ schiebt mit einem Gummibesen die Pfützen auf dem Boden zusammen. Auch der Imbiss selbst ist betroffen: „Bei uns regnet es mehrmals im Jahr durch“, sagt der Inhaber von „Asia Wok“ im Bahnhof Altona, der namentlich nicht genannt werden möchte. Insbesondere bei Starkregen – wie in den letzten Wochen häufig geschehen – sei Gefahr im Verzug. „Wir hatten schon mehrere Kurzschlüsse, De-ckenplatten sind heruntergekommen. Ein Schild ist heruntergefallen und hat knapp einen Gast verfehlt.“ Die Versicherung weigere sich, zu zahlen – wegen Baumängeln.
Erst im vergangenen Herbst war die erste Untergeschoss-Ebene des S-Bahnhofs Altona für über neun Millionen Euro umfassend saniert worden. Dank eines neuen, schwarzen Fußbodenbelags und einiger neuer Geschäfte sieht jetzt alles moderner aus. 
Doch an der Dachkonstruktion wurde offenbar gespart: Immer wieder dringt Wasser ein – und dies nicht erst seit dem Umbau, sondern laut Aussage der Betroffenen schon seit Jahren. Auch Fastfood-Anbieter Subway fielen die Deckenplatten auf den Kopf. „Ich habe es plätschern gehört und konnte gerade noch die Kasse abdecken“, berichtet Mitarbeiter Nico Belic. Sein Chef Peter Vongehr, Franchisenehmer dreier Subway-Filialen in Hamburg, hatte darauf gehofft, dass das Problem mit dem Umbau behoben sein würde. Umso mehr ärgert er sich nun: „Die Verantwortlichen tun nichts dagegen. Das Schlimmste ist: Bei jedem starken Regen wird das wieder passieren.“

Der Abfluss kann das viele Wasser nicht aufnehmen


Von der Südseite des Bahnhofs aus kann man deutlich erkennen, wo es im Argen liegt: Das Gelände ist leicht abfallend, der Abfluss (vor dem Bahnhofseingang am Taxistand) kann das viele Wasser nicht aufnehmen. Die Deutsche Bahn bemüht sich offensichtlich immer mal wieder, den Fehler zu beheben. „Wir benutzen ein Zwei-Komponenten-Gel, um die Löcher abzudichten“, sagt Sprecher Egbert Meyer-Lovis. „Aber das Wasser sucht sich natürlich seinen Weg.“
Eigentümer des Bahnhofsgebäudes ist nicht die Deutsche Bahn, sondern das Unternehmen Prelios Immobilien Management. Ein Firmensprecher sagt: „Wir bedauern die durch den Starkregen entstandenen Unannehmlichkeiten für einige Mieter im Untergeschoss des Bahnhof Altona. Wir arbeiten an einer Lösung des Problems."
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