Eine geheimnisvolle Figur und Stille

Ursula Gotthardt schließt die Kirchenpforte auf.

Ehrenamtliche Kirchenwächter erkären Besuchern die Highlights der Kirche in Flottbek

Flottbek - Sie ist stolze 101 Jahre alt und eine würdige, alte Dame: die Kirche in Flottbek. Wer sich das alte Gebäude einmal ansehen oder dessen Geschichte und Besonderheiten erklären lassen möchte, hat dazu nicht nur vor und nach den Gottesdiensten Gelegenheit. Jeweils freitags, sonnabends und sonntags ist die Kirche von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die acht ehrenamtlichen Kirchenwächter machen es möglich.
Es ist Freitagnachmittag, und kurz vor 15 Uhr schließt Ursula Gotthardt die Kirchenpforte auf. „Der Schlüssel hängt an einer kleinen Glocke. So kann man ihn kaum verlegen“, erklärt sie. Dann stellt sie noch das „Geöffnet“-Schild in die Halterung links neben der Eingangspforte und nimmt auf einer der hinteren Kirchenbänke Platz. Ihr Dienst als Kirchenwächterin hat begonnen.
„Wir freuen uns über jeden Besucher, der hier in die Kirche kommt“, sagt sie. „Ob er uns nun anspricht oder nicht.“ Das Besucherspektrum reicht von Radlern, die die Kirche auf ihrer Tour sehen, über junge Paare, die eine Kirche für die Trauung suchen, oder Großeltern, die die Kirche zur Taufe für das Enkelchen begutachten möchten.
„Wir haben ein Gespür, wer angesprochen werden will und wer nicht“, ergänzt Bärbel Tidow, die seit zehn Jahren Kirchenwächterin ist. „Wer sich nicht traut, uns anzusprechen, den sprechen wir an. Wir fragen einfach, ob wir die Kirche zeigen können.“
Dabei wird nicht nur das große Altarbild erklärt, sondern auch - falls notwendig - die Geschichtskenntnisse Jugendlicher aktualisiert. „Junge Leute kamen einmal hierher und wussten nicht, was es mit der Figur für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges in der Nische links neben dem Altar auf sich hat. Das habe ich dann erklärt“, erinnert sich Gotthardt.
Wenn keiner kommt, sind die Kirchenwächter nicht enttäuscht. „Ich genieße die Stille oder setze mich ans Klavier und beginne zu spielen“, sagt Gotthardt.
Einmal im Vierteljahr treffen sich die Kirchenwächter, um bei einem schönen Essen abzusprechen, wer wann in der Kirche sitzt. „Pastor Dr. Lobe bewirtet uns, sozusagen als Dankeschön“, sagt Barbara Pörksen. Sie ist seit drei Jahren Kirchenwächterin und hat einen Wunsch. „Es wäre schön, wenn wir ein paar Kirchenwächter mehr wären und auch Jüngere mitmachen würden.“

Kirchenwächter
Kirchenbüro
Elke Jost
Bei der Flottbeker Kirche 2
Tel. 82 88 19
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