Ein Wechselbad der Gefühle

Max Bahr in Osdorf am Rugenbarg: Hier kaufen viele Stammkunden, auch aus den Elbvororten. (Foto: rs)

Max Bahr-Mitarbeiter hoffen auf Rettung in letzter Minute

- Reinhard Schwarz, Hamburg-West - Zwei Mitarbeiter von Max Bahr in Osdorf am Rugenbarg 103 machen eine Zigarettenpause neben dem Haupteingang. Max Bahr soll zerschlagen werden. Doch der Verkauf des Unternehmens an eine Dortmunder Unternehmensgruppe scheiterte. Jetzt beginnt der Ausverkauf. Findet sich in den nächsten Monaten kein Investor, macht Bahr endgültig dicht.
Die „Max-Bahrianer“ hoffen auf ein Wunder in letzter Minute. Noch ist offen, ob die saarländische Marktkette „Globus“ den Zuschlag erhält. Zuletzt war die Dortmunder „Hellweg“-Gruppe abgesprungen, sie konnte oder wollte die von dem Hauptgläubiger, der Royal Bank of Scotland, geforderte Mietkaution in Höhe von 700 Millionen Euro nicht zahlen. Nun äußert wieder die „Globus“-Gruppe ihr Interesse an Bahr, nachdem sie im Bieterstreit bereits vorzeitig das Handtuch geworfen hatte.
Ein Wechselbad der Gefühle für die Max-Bahr-Mitarbeiter. „Das Team ist wütend, niedergeschlagen, aber trotz allem immer noch hoffend“, äußert sich ein Angestellter. Von einer Schließung wären vor allem allein erziehende Mütter und ältere Kollegen am nachhaltigsten getroffen, sagt er.
Viele Kunden sprechen den Mitarbeitern ihre Solidarität aus. „Ich würde es sehr bedauern, wenn Max Bahr schließen müsste“, sagt Roswitha Crummenerl (60) aus Rissen. „Für meinen gesamten Umzug habe ich hier eingekauft.“
In der vergangenen Woche demonstrierten mehrere hundert Mitarbeiter des Hamburger Traditionsunternehmens für den Erhalt von Bahr. Doch die Lieferanten scheinen kalte Füße zu bekommen.
„Das Unternehmen schreibt sogar jetzt noch schwarze Zahlen, aber wir bekommen keine neuen Waren mehr“, so die Eidelstedter Kommunalpolitikerin Brunhilde Hesselbarth (SPD).
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