Ein reisendes Museum

Das Jüdische Museum Berlin zu Gast in Blankenese mit dem ON.Tour-Bus.

Von Frauke Heiderhoff.
Philipp (12) und Lennart (12), Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums, sitzen zwischen roten Ausstellungswürfel. Sie enthalten ausgewählte Objekte aus dem Jüdischen Museum Berlin. Philipp hält ein Foto von dem Jeans Erfinder Levi Strauss in den Händen. Die Jungen haben sich mit jüdischen Biographien auseinandergesetzt und das Ergebnis vor der Klasse präsentiert. Gemeinsam mit 87 Schülern der Jahrgangsstufe sieben und 64 Schülern der zehnten Klassen durften sie an dem Projekt „Jüdisches Museum ON.Tour“ teilnehmen.
Die Jugendlichen kamen einen Tag lang in den Genuss der mobilen Ausstellung des Jüdischen Museums sowie eines interaktiven Workshops mit Museumspädagogen. „Ich finde es cool, dass die Dozenten Materialien aus dem Judentum mitgebracht haben“, freut sich Philipp. Moritz (12) gefiel besonders das mit Klassenkameraden „gemeinsame und selbstständige Erarbeiten von Themenkomplexen“. Mit iPod konnten die Schüler zuvor ausgewählte Kindheits- und Jugenderzählungen über Kopfhörer anhören.
Dozent Samuel Schidem erläuterte den Jugendlichen religiöse Objekte wie den siebenarmigen Menora-Leuchter, eines der wichtigsten Symbole des Judentums. „Wir versuchen mit der Ausstellung einen Zugang zur deutsch-jüdischen Geschichte und Religion anzubieten“, so Schidem.
Die auf dem Schulhof aufgebauten Ausstellungswürfel konnten alle Schüler besichtigen. Die Würfel mit 16 Vitrinen und leicht verständlichen Texttafeln geben Einblick in Geschichte und Lebenswelt. Anhand von Alltagsgegenständen und Zeremonialobjekten erarbeiteten sich die Schüler die Themen „Jüdischer Alltag“, „Leben und Überleben“, „Chancen und Diskriminierung“ und „Feste feiern“.
Mit einer kreativen Online-Bewerbung hatten sich die Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums für das Projekt qualifiziert. Ziel der mobilen Bildungsinitiative: Die Inhalte des Museums Jugendlichen nahe zu bringen, die nicht nach Berlin reisen können. Lehrer sollen darin bestärkt werden, sich im Unterricht mit jüdischer Geschichte zu beschäftigen.

Der ON.tour-Bus kommt für einen Tag an die Schule. Von der ersten bis zur sechsten Schulstunde begleiten pädagogische Referenten durch die mobile Ausstellung und veranstalten Workshops in den Klassen. Jede Schule kann sich für das Programm bewerben. Mehr Infos gibt es unter www.jmberlin.de.
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