Die Nordkirche kommt

„Ein schönes Symbol“: Klaus-Georg Poehls (r.) und Thomas Warnke, Pastoren der Kirchengemeinde Blankenese, sehen in der Fusion der Ost- und Nord-Kirchen Chancen und Herausforderungen für beide Seiten. (Foto: rs)

Pastoren aus den Elbvororten begrüßen die Fusion zwischen Nordelbien und den Landeskirchen Mecklenburg und Pommern

Schwarz/Dan, Elbvororte -
Ost und West rücken näher zusammen – in der Nordkirche. Mit der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Kirchen von Hamburg und Schleswig-Holstein mit den Gemeinden in Mecklenburg und Vorpommern entsteht ab Juni mit 2,3 Millionen Mitgliedern der fünftgrößte Verbund evangelischer Kirchen in Deutschland.
In der Nordelbischen Kirche hingegen herrschen Neugier und Interesse vor. „Schön an der Nordkirche finde ich, dass sie die Landesgrenzen und den Provinzialismus hinter sich lässt“, sagt Pastor Klaus-Georg Poehls von der Kirchengemeinde Blankenese. Das findet auch Sylvia Wangel, Wirtschafterin aus Groß Flottbek: „Ich glaube, dass es schon sehr gut ist, wenn die Kirchen sich zusammenschließen. Weil ich hoffe, dass dann der Glaube auch noch weiter getragen und verbreitet wird.“
Pastor Thomas Warnke sagt: „Neu ist für mich, dass es die erste Fusion ist, die das alte Gebiet der DDR mit ins Boot holt.“ Und genau das hat Folgen für die Gemeinden vor Ort. Noch fehlt der offizielle Beschluss, doch gilt es als ausgemacht, dass alle Gemeinden des bisherigen Nordelbiens weniger Geld zur Verfügung haben werden. Aufgrund eines Finanzschlüssels werden die bisherigen Landeskirchen Mecklenburgs und Pommerns, die zusammen nicht einmal 300.000 Gläubige haben, von der bisherigen Nordelbischen Kirche finanziell unterstützt.
Wie in ganz Nordelbien wird auch der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein „bis zu fünf Prozent weniger Kirchensteuer-Zuweisungen bekommen“, erklärt Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer. Für wahrscheinlich hält er jedoch Mindereinahmen von rund drei Prozent. Kirchenkreis und Gemeinden können das spärlicher fließende Geld verkraften, heißt es offiziell.
„Neugierig“, auf die Veränderungen sei sie, sagt Pastorin Astrid Kleist von der St. Simeon Kirche Alt-Osdorf: Die Fusion bedeute auch „eine Horizonterweiterung“. Ihre Gemeinde reagiere recht gelassen auf den neuerlichen Zusammenschluss, sagt Pastorin Angela Heine von der Kirchengemeinde Sülldorf-Iserbrook:„Ich habe niemanden getroffen, der einen Untergang befürchtet.“
Das ist für Andreas Güthling, Pastor der Evangelsich-Freikirchichen Gemeinde Hamburg, auch kein Wunder: „Nach meinem Eindruck, wird das Thema Nordkirche nicht gut kommuniziert, nicht transparent genug. Das Kirchenvolk versteht nicht, was dort Genaues passiert.“
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