„Die Deutschen sind nett!“

Während sich Sanjit (l.) mit Anushka (2.v.r.) und Annika (r.) über die nächste Schulstunde unterhält, diskutieren Dhruv (2.v.l.) und Ananda angeregt über Fußball.

...meinen 17 indische Schüler, die die Stadtteilschule Blankenese besuchten

Blankenese - Schüleraustausch mit England, Frankreich oder Spanien? Darüber können die Zehntklässler der Stadtteilschule (StS) Blankenese nur müde lächeln: Sie pflegen Kontakt zu indischen Schülern. Zwei Wochen lang waren 17 Schüler aus Gurgaon bei Neu Dehli in Hamburg.
„Wir waren ganz schön viel unterwegs“, freut sich Ananda Dhar-James. „Wir sahen die Mahatma-Gandhi-Brücke in der Hafencity, trafen unsere Generalkonsulin und waren Eislaufen“, zählt der 17-Jährige auf. „Wir waren auch in Berlin unterwegs“, ergänzt Sanjit Varma. „Dort haben wir eine Tour durch die Stadt gemacht.“
Eine geführte Tour durch ein berühmtes Berliner Hotel bekam der 17-Jährige ebenfalls. „Ich mag es, mich mit Leuten zu unterhalten. Also sprach ich den Türsteher vom Ritz-Carlton an. Der hat sich mit mir unterhalten und mir dann ein wenig das Hotel gezeigt.“
Die Schüler der Shri Ram Schule aus der für indische Verhältnisse eher beschaulichen Millionenstadt Gurgaon haben während ihres Austausches einige für sie überraschende Einblicke gewonnen. „Während unserer Vorbereitungen wurde uns gesagt, dass die Deutschen ein wenig schroff sein könnten. Doch wir trafen nur Deutsche, die sehr nett und gastfreundlich waren“, freut sich Anushka Baruam. „Ich fühlte mich hier gleich wohl.“ „Und es geht in Hamburg so ruhig und entspannt zu. Bei uns ist jeder in Eile“, ergänzt Sanjit.
Natürlich sprechen die Jugendlichen auch über den Fall, der weltweit Aufsehen erregte: eine junge Frau, die in Indien an den Folgen ihrer Vergewaltigung starb. Für Ananda ist klar: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Aus Gründen der Vorsicht würde Anushka aber in den Nachtstunden nicht in einige Stadtteile Neu Dehlis gehen. „Es gibt auch hier in Hamburg Stadtteile, in die ich spät nachts nicht gehen würde“, ergänzt Annika Dehler.
Der Austausch mit den indischen Zehn- bis Zwölftklässlern ist ein Pilotprojekt der Stadtteilschule. „Ich möchte gern, dass es zu einer festen Institution an der Schule wird“, sagt Arun Dev Gauri. Der Musiklehrer, dessen Familie ursprünglich aus Indien stammt, hat das Programm initiiert. Der Anfang ist gemacht: Im März fliegen die Deutschen im Gegenbesuch zu den indischen Familien.
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