Deutsche Annington: „Das sind Heuschrecken!“

Schwierige Verständigung: Jens Auerswald, Zweiter Vorsitzender Mieterinitiative (r.), kommt kurz vor der Verantaltung nicht so richtig ins Gespräch mit Matthias Stock, Geschäftsführer der Deutschen Annington für den Norden und Osten Deutschlands (l.), und Ralf Krämer, Pressesprecher der Gesellschaft.

Deutsche Annington lässt ihre Wohnungen verkommen- Mieter redeten Klartext mit dem Geschäftsführer

Die Mieter der Deutschen Annington beklagen sich über unhaltbare Zustände ihrer Wohnungen in der Wedeler Landstraße 63 und 65, der Flerrentwiete und im Nagelshof: Schimmel in den Wohnungen, marode Balkons und Risse in der Fassade. Deshalb waren an die 90 Mieter in die Aula des Gymnasiums Rissen gekommen, um von Annington-Geschäftsführer Matthias Stock zu hören, wann und wie diese Missstände abgeschafft werden. Doch sie warteten vergeblich auf konkrete Äußerungen.
„In der Tiefgarage des Nagelshofes brennt das Licht Tag und Nacht. Was das kostet!“, so eine aufgebrachte Anwohnerin gegenüber Matthias Stock, Geschäftsführer der deutschen Annington. „Die Hotline ist kaum zu erreichen und wenn, ist nur ein Anrufbeantworter dran. Und keiner kümmert sich um die Beschwerden“, war man sich im Publikum einig. „Ich trau mich nicht mehr auf meinen Balkon“, sagte Torsten Schüdekopf. „In der Hauswand sind Risse, und die Fassade bröckelt.“
Er ist der Erste Vorsitzende der Mieterinitiative, die sich gegründet hat. Unterstützt wird sie vom Hamburger Mieterverein. „Wir halten es nicht für bedauerlich, wenn sich eine Mieterinitiative bildet. So können wir die Probleme identifizieren und die abstellen, die man abstellen kann“, antwortete Matthias Stock blumig und signalisierte generelle Gesprächsbereitschaft. „Die Balkonbrüstungen standsicher zu machen, das geht ganz schnell.“ Doch Klartext redete Stock nicht.
Der Hausmüll wurde wochenlang nicht entsorgt, stapelte sich im Schacht der Müllanlage. Ein Hausmeister ist noch in Teilzeit für die Anlagen zuständig, wo früher zwei Männer ganztags tätig waren. „Wir üben noch“, so Stock. Das sorgte bei den Mietern für Hohngelächter. „Die volle Leistung wird bezahlt, aber nicht erbracht. Und das seit Jahren. Das sind Heuschrecken. Die haben die Wohnungen mit Mängel gekauft und wollten sie wahrscheinlich mit Gewinn in Eigentumswohnungen umwandeln und verkaufen. Doch nach der Krise ging das nicht mehr. Jetzt nehmen sie das Geld von den Mietern und machen nichts“, so ein Betroffener hinter vorgehaltener Hand.
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Thomas Riedl aus Altona | 21.03.2012 | 14:00  
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