Der Vater des Ibiza-Blaus

Ernst Schumacher in seinem Atelier im Jahre 1965. (Foto: pr)

„Farben sind Feste für die Augen“: Ausstellung im Barlach Haus zum 100. Geburtstag von Ernst Schumacher

- Karin Istel, Klein Flottbek - Er schwelgt nur so in Farben, hat sogar einen eigenen Blauton kreiert und steht der Leinwand „wie einem wilden Tier“ gegenüber: Emil Schumacher. Anlässlich des 100. Geburtstags des Malers werden noch bis Sonntag, 27. Januar, im Barlach Haus rund 30 Werke aus namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen ausgestellt.
Das Augenmerk legt die Ausstellung „Farben sind Feste für die Augen“ nicht auf das Gesamtkunstwerk des Malers, sondern auf einen schmalen Werkausschnitt: wichtige Gemälde aus den Jahren 1956 bis 1963. In dieser Zeit entfaltete Schumacher sein einzigartiges Zeichenrepertoire und ent-
wickelte sich zum Klassiker der Moderne.
Seine abstrakten, meist großformatigen Werke sind zu Ikonen einer Epoche geworden. Schumacher fand für die exis-tentiellen Fragen seiner Zeit eine neue, befreite Bildsprache. In seiner intensiven Auseinandersetzung mit Farbe als Material schuf er Bilder, die stets auch ihre eigene Entstehung zum Thema machen. So geben sie gleichermaßen Zaudern und Zupacken, wuchtige Selbstbehauptung und Sensibilität des Künstlers wider.
Dabei stand Schumacher nach eigenen Worten der Leinwand wie einem wilden Tier gegenüber. Er attackierte und traktierte sie. Das Malen war für ihn ein „va banque-Spiel“. „Es kann schief gehen. Doch man muss das Risiko eingehen“, so der Künstler.
Die Farben für seine Gemälde stellte er selbst her. Berühmt wurde er durch sein „Ibiza-Blau“, das er auf der gleichnamigen Insel kreierte. Seit 1971 kam der gebürtige Hagener regelmäßig auf die Baleareninsel, um hier zu arbeiten. Hier starb er auch im Jahre 1999.
Der Lohn für seine langjährige Schaffensfreudigkeit, die auch im Alter nicht nachließ, waren zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland. Seinen Gemälden gibt er oft erfundene Titel. „Ich will der Fantasie keine Grenzen setzen“, so Schumacher. „Die Bilder vervollständigen sich im Kopf des Betrachters."
Übrigens: Sollte man beim Bundespräsidenten empfangen werden, sollte man auch den Wänden im Empfangsraum einen Blick gönnen ­- man wird Schumachers Werke entdecken.

Farben sind Feste für die Augen
Ernst Barlach Haus, Baron-Voght-Straße 50a
di-so 11-18 Uhr; jeden Sonntag: kostenlose Führung durch die Ausstellung
Kuratorengespräch: So, 20. Januar, 11.30 Uhr; Karsten Müller im Gespräch mit Jens Christian Jensen
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