Der eine ist der Alte, der andere will was Neues

Dr. Uwe Hornauer war schon einmal Bezirksamtsleiter in Altona - und möchte es wieder werden. (Foto: ch)

Uwe Hornauer und Philipp Cramer - zwei von 19 Kandidaten, die sich um den Bürgermeisterstuhl von Altona bewerben

- Christiane Handke, Altona - Das Rennen ist im Gang. Wer wird Altonas neuer Bürgermeister? Das Wochenblatt stellt zwei Bewerber vor.
Der eine: Uwe Hornauer, Direktor der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV) in Schwerin, ist in Altona gut bekannt. Er war hier sechs Jahre lang Bezirksamtsleiter. Ein anerkannter Verwaltungsfachmann mit gutem Ruf – bis er 2002, in Zeiten der CDU-Schill-Regierung, über Immobilienpläne seiner damaligen Lebensgefährtin stolperte und stürzte. Oder gestürzt wurde. Viele meinen: Hornauer sei damals lediglich mit seinem SPD-Parteibuch zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen und deshalb abgesägt worden.
Persönlich befreundet und immer in Kontakt blieb Hornauer auch nach seiner Altonaer Zeit mit einer Bezirksabgeordneten, die heute zu den wichtigsten politischen Strippenziehern in Altona gehört: Gesche Boehlich, Grünen-Fraktionschefin in Altona. Sie regiert jetzt zwar in einer Koalition mit der SPD, will aber deren offiziellen Kandidaten, Fraktionsführer Thomas Adrian, partout nicht stützen. Wird sie SPD-Mann Hornauer ins Spiel bringen? Sie lässt jedenfalls keine Gelegenheit aus, um sich anerkennend über ihn zu äußern. Es wäre mehr als peinlich für die Altonaer SPD, vom grünen Koalitionspartner einen SPD-Mann als mögliche Alternative vorgesetzt zu bekommen.
Hornauer verweigert am Telefon jeden Kommentar: „Dies ist ein Nicht-Gespräch“. Es ist aber bekannt, dass er nur angetreten ist, weil er, unter anderem aus SPD-Kreisen, darüber informiert wurde, dass Adrians Bewerbung schwächelt.
Auch Philipp Cramer, ehemaliger Geschäftsführer der Pinneberger Verkehrsbetriebe PVG und Initiator des „Buchenhof-Bürgerentscheids“, will Bezirksamtsleiter werden. Die Linke findet den bürgerbewegten Cramer toll. Fraktionschef Robert Jarowoy: „Mir liegt die Stärkung der Bezirke eventuell hin bis zur Abschaffung der Einheitsgemeinde am Herzen. Ich denke mal, dass Cramer in diese Richtung arbeitet.“
Philipp Cramer hatte sich noch vor seiner Bewerbung den Bezirksfraktionen vorgestellt. Dabei soll er mit gutem Selbstbewusstsein agiert haben, was aber nicht bei allen zur gewünschten Reaktion führte. Ein Fraktionsführer zum Wochenblatt: „Der erzählte uns, was wir alles falsch machen und was er alles ändern wird. Wir seien dämlich, und es bräuchte ihn, um uns wieder in die Spur zu bringen.“
Auch Philipp Cramer wollte seine Bewerbung nicht kommentieren.
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