Dauer-Zoff um die alte Dorfstraße

Wulf Menzel (r.) und Wolfgang Zetsche, Sprecher der Initiative Sülldorfer Kirchenweg, wenden sich gegen eine Verbreiterung der Straße und fordern eine Reaktivierung des Runden Tisches. Foto: rs

Tempo-30-Zone, Radfahrstreifen, Furcht vor Enteignungen - die Fronten im Streit um den Sülldorfer Kirchenweg sind verhärtet

Von Reinhard Schwarz. Sülldorfer Kirchenweg am frühen Nachmittag: Schüler radeln auf beiden Seiten der Straße, während Autofahrer hinterherzuckeln, um zu überholen. Die viel befahrene Strecke gilt als Verbindung zwischen der B 431 und der Blankeneser Landstraße. Ein nicht ungefährliches Terrain: Im Dezember 2013 wurde eine 14-jährige Schülerin von einem Pkw angefahren und schwer verletzt. Der Fahrer flüchtete. Dieses Ereignis hatte die Debatte über den geplanten Umbau der Straße erneut angeheizt. Derzeit streiten Anwohnerinitiative und Politik über das weitere Vorgehen.
Was fordert die Initiative?
Die Ini wendet sich gegen eine Verbreiterung der Straße auf 17 Meter, wie es ein Entwurf für einen Bebauungsplan vorsieht, und fürchtet Enteignungen. Allerdings: Diese Straßenbreite beinhaltet Fußwege, Radfahrstreifen von drei Metern, Parkplätze und die eigentliche Fahrbahn. „Wir wollen das Ortsbild erhalten, eine breite Straße zerstört die Wohngegend, es entstünde eine gefährliche Rennpiste“, sagt Sprecher Wolfgang Zetsche. Zwischen den Straßen Wulfsdal und Fruchtweg sollte das Tempo wegen der Kinder auf 30 beschränkt werden.
Was sagt die Politik?
Die Politik ist zerstritten. Während Rot-Grün betont, dass der Bebauungsplan (B-Plan) lediglich den dörflichen Charakter der Wohngegend erhalten soll, sieht die CDU im B-Plan das Einfallstor für eine Straßenverbreiterung auf 17 Meter. „Wir wollen, dass der Bestand erhalten bleibt und fordern eine Änderung des B-Plan-Entwurfs“, sagt Verkehrsexperte Tim Schmuckall (CDU).
Alles nur „Wahlkampf und Panikmache“ kontern Henrik Strate (SPD) und Eva Botzenhart (Grüne).
Henrik Strate (SPD) und Eva Botzenhart (Grüne): „Wir brauchen mehr Schulwegsicherheit für die Kinder. B-Plan und Verkehrsplanung werden von der CDU in einen Topf geworfen.“
Was sagen die Behörden?
Eine Tempo-30-Zone wird von der Innenbehörde abgelehnt. Die Verkehrsplaner schlagen alternativ die Einrichtung von Schutzstreifen für Radfahrer vor.
Wie soll es weitergehen?
Die Anwohner-Initiative fordert die Reaktivierung des Runden Tisches, der zuletzt vor einem dreiviertel Jahr getagt hatte.
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