Das Ziel ist klar: Mehr Respekt für alle

Auf dem roten Sofa: Rapper „2schneidig“ (2. v. re) diskutiert mit Emine Inci (v.li.), Said Veder und Lendo Sukama aus der neunten Klasse sowie Weiße-Rose-Preisträgerin Margot Reinig (2. v.l.). (Foto: Dynamic Tunes)

Gedenken an Sophie und Hans Scholl: Eine "Weiße Rose" für Margot Reinig

Von Gaby Pöpleu

Die Schule heißt zwar „Geschwister-Scholl-Stadtteil-schule“, aber wissen auch alle, warum? Um das zu erklären, beging die Schule am 73. Todestag der im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Geschwister Scholl, dem 22. Februar, einen Gedenktag mit vielen Unterrichtsprojekten.
Allerdings sollte es nicht nur um Sophie und Hans Scholl und um die Vergangenheit gehen. „Man muss sich auch heute fragen, was eine funktionierende Gesellschaft zusammenhält“, erklärt Lehrerin Kerstin Engler das Lernziel für diesen Tag.
Deshalb verliehen die Schüler im Rahmen einer kleinen Feier erstmals „Die weiße Rose“ – in Anlehnung an den Namen der Widerstandsgruppe der Scholls. Mit dieser Ehrung sollen auch in Zukunft Menschen bedacht werden, die sich besonders für das Funktionieren der Gesellschaft einsetzen. Preisträgerin 2016: Margot Reinig, Leiterin des Klick Kindermuseums Achtern Born.

Besonderes Highlight: Rapper „2schneidig“
„Frau Reinig bezieht im Umgang mit Schulen, dem Stadtteil und der Politik eigene Positionen und scheut sich auch nicht, unpopuläre Kritik zu üben“, begründet Schulleiterin Karin Natusch die Ehrung. Und: Sehr viele Schüler der Geschwister-Scholl-Schule kennen Margot Reinig aus eigenem Erleben, haben sich an ihren Projekten mitgearbeitet, beispielsweise im Architekturprojekt „Osdorfer Born goes Hafencity“.
Besonderes Highlight des Vormittags war dann für die Schüler des neunten Jahrgangs aber doch der Besuch von „2schneidig“. Der auch aus dem Fernsehen bekannte Rapper – bürgerlich Martin Rietsch – machte schon bei Veranstaltungen in großen Arenen Musik, etwa im Berliner Olympiastadion, oder im Vorprogramm von Joe Cocker. Er engagiert sich auch gegen Rassismus an Schulen. Sein Motto: Gelebter Respekt soll Alltag in der Schule sein.

Auch In der Clique Farbe bekennen
„Voll cool“, fanden das viele Schüler. Wenn die Botschaft gerappt und mit Musik und Rhythmus unterlegt wird, kommt sie offenbar besser an, als im Geschichts- oder Gesellschaftsunterricht. 2schneidig versuchte jedenfalls, die Schüler dazu zu ermutigen, in der eigenen Clique Farbe zu bekennen und gegen rassistische Gedanken vorzugehen – auch wenn man sich damit mal unbeliebt macht.
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