„Das ist für uns unbegreiflich!“

„EAS ist in Geafhr“: Die Erzieher Andrea Menzel und Niklas Bergerbusch protestieren mit Plakaten gegen die drohende Schließung des ElbeAktivSpielplatzes. (Foto: fh)

Bezirksamt Altona spart massiv in der offenen Kinder- und Jugendarbeit – Elbvororte: Vier Einrichtungen bedroht

Elbvororte - Hamburg plant jetzt den Haushalt für die Jahre 2013/14. Und setzt den Rotstift an der Jugendhilfe an:Zehn Prozent müssen hamburgweit eingespart werden, davon muss der Bezirk Altona 785.790 Euro erbringen. Deshalb stehen vier Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Elbvororten auf der Kippe.
Ab dem kommenden Jahr soll der Jahresetat des Elbe Aktiv Spielplatzes (EAS) um 17.818 Euro gekürzt werden. Auf lange Sicht soll er dicht gemacht werden. „Das ist für uns unbegreiflich“, ist Doleres Ribas Seligmann empört. Die Leiterin des Spielplatzes fährt fort: „70 bis 90 Kinder von der Förderschule bis zum Gymnasium sind hier auf dem Platz. Der pädagogische Mittagstisch bietet 25 Kindern die Möglichkeit, bei uns zu essen und Hausaufgaben zu machen. Es klappt, es läuft.“
Das Freizeitzentrum Rissen steht ebenfalls auf der Abschussliste: Es muss im nächsten Jahr mit 13.331 Euro weniger auskommen und soll langfristig geschlossen werden.
In Iserbrook wird das Jugendzentrum Kiebietz ab dem nächsten Jahr mit gut 20.000 Euro weniger auskommen müssen. Der Jugendclub Iserbrook, der von der evangelischen Kirchengemeinde getragen wird, bekommt zukünftig 3.840 Euro weniger von der Stadt. „Das betrachten wir mit großer Sorge“, so Pastor Matthias Lemme. „Glücklicherweise müssen wir den Jugendclub deswegen nicht schließen.“
Die Stadt begründet die Einsparungen mit den geplanten Ganztagsschulen: Montags bis freitags werden die Kinder zukünftig erst gegen 16 Uhr nach Hause gehen. Vereine sollen die Schulen mit Angeboten in der Nachmittagsbetreuung unterstützen. „Wir kooperieren derzeit mit drei Schulen“, so Seligmann vom EAS. Fragt sich, was aus den schulischen Nachmittagangeboten wird, wenn der Spielplatz geschlossen wird.
„Ich sehe einen ganz großen Bedarf an Treffpunkten für Jugendliche außerhalb der Schule, besonders in den Ferien und am Wochenende“, so Pastor Lemme.
Während bei den Trägern der Einrichtungen die nackte Angst ums Überleben umgeht, mauert der Bezirk Altona:„Wir äußern uns nicht öffentlich dazu“, so Bezirksamts-Sprecher Nils Fischer. Am 8. Juni wird Sozialsenator Detlef Scheele (SPD)die endgültigen Sparmaßnahmen bekannt geben.


Trostpflaster: Damit der Ferienspaß nicht schon in diesem Jahr für Kinder und Jugendliche komplett ins Wasser fällt, stellt das Bezirksamt Altona für den Wakeboard-Anfängerkurs im Kiebitz 734 Euro, für das Zirkuscamp 1.525Euro aus Sondermitteln zur Verfügung.
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