Das Herz der Kleiderkammer

Mit Leib und Seele dabei: Bettina Buhr, Leiterin der Kleiderkammer der Lutherkirche. (Foto: cvs)

Bettina Buhr leitet die Sammelstelle in der Regerstraße

Christopher von Savigny, Bahrenfeld - In dem 200 Quadratmeter großen Container-Flachbau stapeln sich die Kleidungsstücke bis unter die Decke: Hier Pullover, dort Hosen, zwischendrin Waschkörbe mit Schuhen und Gummistiefeln, Jacken und Kinderkleidung, alles sorgfältig nach Größe sortiert. Eine Anzahl Helfer, vorwiegend junge Frauen, leeren Plastiksäcke mit weiterer Kleidung aus. Hemden, Bettwäsche, Handtücher – alles will kategorisiert, gefaltet und weggeräumt werden. „Zurzeit nehmen wir keine Spenden an“, sagt Bettina Buhr, Leiterin der Kleiderkammer der Luthergemeinde. „Sonst kämen wir gar nicht mehr hinterher!“
Seit zwei Jahren ist Buhr für die kirchliche Sammel- und Ausgabestelle an der Regerstraße zuständig, die sie auch selbst mit aufgebaut hat. „Sie ist das Herz der Kleiderkammer“ sagen Kollegen über die vierfache Mutter. Weil sie soviel Lebensfreude und Energie ausstrahlt. Rund 70 Stunden pro Woche ackert Buhr zusammen mit 20 bis 25 weiteren Helfern, um Hamburgs Flüchtlinge in der Schnackenburgallee mit warmer Kleidung, Spielzeug und Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Alles ehrenamtlich, versteht sich. „Wenn ich aus meinem Land fliehen müsste, hätte ich auch gerne das Gefühl, dass ich woanders willkommen bin!“, sagt Buhr.
„Rumsitzen war nichts für mich“
Eigentlich ist Buhr gelernte Köchin, später arbeitete sie als Bürohilfe. Als sie ihren Job aus familiären Gründen quittieren musste, rutschte sie in Hartz IV. „Rumsitzen war aber nichts für mich“, sagt sie. „Also hab' ich geguckt, wo ich helfen kann.“ Mit einem Zwinkern in den Augen erzählt Buhr von ihren halbjährlichen Besuchen beim Jobcenter. „Da muss ich dann immer erklären, warum ich nicht arbeite. Dabei würde das alles hier ohne Menschen wie mich nicht funktionieren!“
Am Eingangstor der Einrichtung hängt ein Schild mit dem Hinweis, dass derzeit keine Spenden akzeptiert werden. Das bezieht sich hauptsächlich auf Kleidung. Aktuell sehr gerne genommen werden aber Fahrräder, Thermoskannen, Wärmflaschen, Taschenlampen und Regenschirme. Vielen jungen, männlichen Flüchtlingen fehlt es außerdem an Haargel, Kämmen und Bürsten.

Info:
Kleiderkammer Luthergemeinde, Regerstraße 73, mo/mi 10-14 Uhr, do 10-21 Uhr
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