Das Glockenspiel erklingt wieder

Die Glocken in der Waitzstraße 2-4 spielen von Frühling bis Herbst dreimal täglich Melodien, die zur jeweiligen Jahreszeit passen. Im Advent erklingen die Glocken sogar viermal täglich.

Die 16 Porzellanglocken erklingen ab Frühlingsbeginn bis Anfang Januar dreimal täglich

K. Istel/ R. Schwarz, Gross Flottbek - Am Dienstag, 20. März, lohnt sich ein Einkaufsbummel in der romantischen Waitzstraße ganz besonders. Dann kann man nicht nur einkaufen, sondern beim Bummel durch die Straße auch musikalische Unterhaltung genießen: Das Glockenspiel in der Waitzstraße 2-4 wird mit Frühlingsbeginn wieder erklingen.
In Höhe des dritten Stock-werks befinden sich seit dem Jahr 2000 16 Glocken aus Meißner Porzellan. Das Glockenspiel wird elektronisch gesteuert, bis zu 200 Melodien können programmiert werden. Das Glockenspiel hat eine spezielle Geschichte, denn ursprünglich standen die Glocken im Schaufenster des „Burmeis-terhauses“ an der Ecke Waitzstraße/Dürerstraße, in dem sich das Haushaltswarengeschäft Burmeister befand.
Das Geschäft musste am 20. Dezember 1997 nach 92 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Was bleibt, ist die Erinnerung – und das Glockenspiel, das der Bauherr Bernhard Schmidt in den Neubau integrieren wollte. Zwar erlebte Schmidt die Fertigstellung des Neubaus nicht mehr, aber seine Witwe Elke Schmidt übernahm das Erbe und sorgte für den Einbau des Glockenspiels.
Dieses hat übrigens eine noch etwas längere Geschichte. Denn ursprünglich wurden die Porzellanglo-cken 1955 von dem in der Ferdinandstraße ansässigen Glas- und Porzellangeschäft Rode und Zerrath bei der Meißner Manufaktur in Auftrag gegeben. Als Wulf Arp, Inhaber der Firma Burmeis-ter, das Geschäft übernahm, gelangten die Glocken 1984 in die Waitzstraße.
Es waren der Meißener Restaurator und Ingenieur Klaus Ferner und seine Mitarbeiter, die sich im Jahr 2000 der Glocken annahmen und diese fachgerecht installierten. Der Musikwissenschaftler Prof. Günter Schwarze von der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ stimmte die 16 Glocken.
Die Othmarscher und Groß Flottbeker können durchaus stolz auf die ungewöhnliche Musikanlage über ihren Köpfen sein, denn Glockenspiele dieser Art – und dann noch aus Meißner Porzellan – sind rar. So verfügt die Stadt Meißen seit 1929 über solch ein Glockenspiel, im Rathaus-turm von Weimar gibt es ebenfalls ein Porzellanglo-ckenspiel. Im Winter müssen die Glocken übrigens schweigen, da sie frostempfindlich sind.
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