Das „Gedächtnis“ zweier Stadtteile

Joachim Brückner packt eine der Kisten aus und schaut, welchen Aspekt das Buch zur Stadtteilgeschichte zu Flottbek und Othmarschen behandelt. „Viele Bücher sind historisch interessant, haben aber nichts mit unseren Stadtteilen zu tun. Was wir mit diesen Büchern machen, wissen wir noch nicht. Zum Wegwerfen sind sie aber viel zu schade.“

Das Stadtteilarchiv Flottbek und Othmarschen sucht Bücher, Fotos und Zeitschriften

Gross Flottbek
In Raum 17 im ersten Stock des VHS-Zentrums West ist das „Langzeitgedächtnis“ zweier Stadtteile. Wer jetzt an einen leistungsfährigen Computer denkt, der irrt. In diesem nur mit einem Schreibtisch, einigen Regalen und einem langen Tisch eingerichteten Raum baut Joachim Brückner das Archiv Flottbek-Othmarschen in liebevoller Kleinarbeit auf.
Wer die Tür zu dem 17 Quadratmeter großen Raum öffnet, sieht erst einmal eins: Bücher. Sie stapeln sich auf jedem noch so kleinen, aber verfügbaren Plätzchen. Auch aus Kisten, die unter einem Regal stehen, quellen sie hervor. Auf dem Schreibtisch liegen säuberlich aufgeschichtet Zeitschriften. Was für Laien auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aussieht, hat
Systematik. „Ich sichte die Dokumente, um sie anschließend zu katalogisieren“, erklärt Joachim Brückner. Er ist Vorsitzender des Archivs Flottbek-Othmarschen, das ein eigenständiger Verein unter dem Dach des örtlichen Bürgervereins ist.
„Unser Ziel ist es, Dokumente wie Bücher, Zeitschriften oder Fotoalben aus den beiden Stadtteilen Interessierten zur Verfügung zu stellen oder auch auszuleihen“, sagt Brückner. „Doch wir haben noch nicht so viel vorzuweisen, dass sich feste Öffnungszeiten lohnen würden“, bedauert er. Auf Anfrage öffnet er aber gern das Archiv. „In Kürze werden wir die alten Klassenbücher der Schule Röbbek bekommen. Vielelicht hat der eine oder andere ja mal Lust zu erforschen, was der Vater so alles in der Schule angestellt hat“, schmunzelt Brückner.
Er sowie seine Mitstreiter im Archiv bitten deshalb um Spenden. „Wir sind an amtlichen Schreiben, Urkunden, Foto- oder Poesiealben, aber auch an Tagebüchern und alten Briefen interessiert. Wer alte Unterlagen erbt oder aus Platzgründen nicht mehr im Haus haben möchte, sollte nichts wegschmeißen, sondern uns anrufen. Wir kommen dann vorbei und schauen, was wir für unser Archiv gebrauchen können. Die Sachen können auch in der Geschäftsstelle des Bürgervereins abgegeben werden“, erläutert Brückner. „Sind die Bücher weg, ist auch ein Teil der Geschichte weg!“

Archiv Flottbek-
Othmarschen des
Bürgervereins e.V.
Waitzstraße 26
Joachim Brückner
Tel. 890 46 28
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