Das EEZ vor 50 Jahren

Die Eröffnung des Elbe-Einkaufszentrums im Jahr 1966. Viele Jahre lang wurde es EEZ abgekürzt, heute steht auf Fassaden, Fahnen und in der Werbung ELBE. (Foto: Erika Faber)

Das Elbe-Einkaufszentrum war eines der ersten in Deutschland

Von Horst Baumann. Die älteren Herrschaften haben sich feingemacht für den Ausflug ins neue Einkaufszentrum, das mit weißen „EEZ“-Fahnen beflaggt ist, wobei der blaue Schriftzug seitenverkehrt im Wind flattert. Die
ersten Gäste sitzen noch etwas verloren auf den Holzbänken, die von Tulpenbeeten aus Beton eingerahmt waren. Elbe Wochenblatt-Leserin Erika Faber hat uns dieses einmalige Foto geschickt.
Am 12. Mai 1966 feierte der Hamburger Westen die Eröffnung des Elbe-Einkaufszentrums, das eines der ersten seiner Art in der alten Bundesrepublik war. Der größte Unterschied zum heutigen „ELBE“: das EEZ war nicht komplett überdacht. Die Besucher gingen durch Laubengänge an den Seiten in die Geschäfte.
Kam man vom Eingang an der Osdorfer Landstraße, sah man links das kleine Schallplattengeschäft, das erstaunlich viele LPs in den Regalen versteckt hielt. Der Inhaber, so hörte man, wohnte im benachbarten Hochhaus an der Julius-Brecht Straße. Hatte er das gewünschte Vinyl nicht vorrätig, bestellte er es. Ein guter Service, den der Plattenfreund allerdings mit deutlich höheren Preisen als in der Innenstadt bezahlen musste.

Buchhändler Joachim Gaul trat als Joe Luga auf

Linkerhand der Imbiss, wo sich zu den Geschäftszeiten bis 18.30 Uhr ein Hähnchen endlos im Grill drehte. Daneben der Bäcker „Nur hier“ und daran anschließend das Fachgeschäft „dein Bastelfreund“, das gleich zwei Läden im EEZ hatte. Wo es Balsaholz zum Bauen von Flugmodellen oder Ölfarben für den Kunstunterricht gab, lernten Generationen der benachbarten Schulen relativ bald, wenn sie von den Verkäufern beraten wurden, die alles über das Basteln zu wissen schienen.
Sich weiter links haltend, kam der EEZ-Shopper bald zur Thalia-Buchhandlung, wo Joachim Gaul die Kundschaft zu bedienen pflegte. Von Zeit zu Zeit verwandelte sich das Geschäft zur Bühne, dann trug der Buchhändler unter seinem Künstlernamen Joe Luga mit hoher Stimme Chansons aus den Goldenen Zwanzigern vor. Der Künstler starb 82-jährig im Mai 2002.
Gegenüber von Thalia lag Hörby Jeans, in den 1980er-Jahren erster Anlaufpunkt für die Jugend der Elbvororte. Ob man eine karottenjeans von Edwin oder Fiorucci kaufte, blieb eine ausgiebig diskutierte Glaubensfrage.
Was war noch? Hertie, Foto Porst, Peek & Cloppenburg und, etwas außerhalb an der Julius-Brecht-Straße ein großes C&A-Geschäft. Aber diese Erinnerungen sind naturgemäß unvollständig. Als das Einkaufszentrum in den Jahren 1992/93 umgebaut und auf zwei Geschosse erweitert wurde, verschwanden nicht nur die beiden „dein Bastelfreund“-Geschäfte.

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