Damit die Seele heilen kann

Wollen eine neue Gruppe im Kinderhaus Mignon eröffnen: Stefanie Tapella (links) und Raphaela Wendt von der Benita-Quadflieg-Stiftung. (Foto: pr)

Kinderhaus Mignon: Bald neue Familienruppe

Von Gaby Pöpleu

Tommy (Name geändert) ist groß im Ausreißen. Immer wieder schnappt sich der Dreijährige sein Dreirad und saust los, nur schnell weg von zuhause, irgendwohin, wo er sicher ist. Mehrmals greift ihn die Polizei in der Stadt auf, einmal am Hauptbahnhof, als er gerade in einen Zug einsteigen will.
Zuhause hält er es nicht aus, denn Schäge und Gewalt
bestimmen den Alltag.
Für Tommy und andere Kinder mit großen seelischen Problemen gibt es das Kinderhaus Mignon. Dortleben derzeit 15 Kinder. Das besondere: Hier lebt es sich wie in einer normalen Familie, mit Mama, Papa und Geschwistern. „So müssen die Kinder keinen Schichtdienst aushalten, die ‘Eltern’ sind wirklich immer da“, erklärt Stefanie Tapella das besondere Konzept der Jugendhilfe-Einrichtung. „Das gibt es hamburgweit nur bei uns.“ Zwei ausgebildete Pädagogen mit eigenen Kindern kümmern sich um jeweils fünf Kinder - fertig ist die Großfamilie.
Wie in jeder anderen Familie auch gehen die Kinder am Vormittag in die Schule, am Nachmittag stehen Hausaufgaben, Musikunterricht, Arztbesuche Therapien auf dem Zettel - alles ganz normal. Die meisten Kinder hängen besonders an ihren „Geschwistern“. „Die sind für die Entwicklung und Geborgenheit sehr wichtig, vor allem wenn die Kinder älter werden“, betont Stefanie Tapella - die Pubertät und damit die Lösung von den Eltern macht eben auch vor dem Kinderhaus nicht halt.

Haus muss noch umgebaut werden

Weil das Konzept „Großfamilie“ gut funktioniert, ist das Haus immer voll. Und weil noch Platz im Dachgeschoss des großen rot-weißen Hauses mit dem weitläufigen Spielgarten ist, soll dort eine neue Gruppe für vier weitere Kinder entstehen. Weiterer Pluspunkt des Hauses: Viele Therapien können im benachbarten Kindergarten stattfinden.
Aus zwei Wohnungen wird eine große; verschiedene andere Umbauten sind noch nötig. Jetzt muss noch das Bauamt zustimmen, sagt Stefanie Tapella, „Die Pädagogen haben wir schon gefunden. Aber wir brauchen dringend zusätzliche Spenden.“ Denn das Jugendamt bezahlt zwar den Unterhalt für die neuen Kinder, die Umbaukosten muss die Benita-Quadflieg-Stiftung, Trägerin des Hauses Mignon, allein stemmen.
Übrigens: Aus dem geprügelten Kind Tommy ist kein Sozialfall geworden, sondern ein junger Mann, der eine Ausbildung als Pferdepfleger macht, Cello spielt und mit beiden Beinen im Leben steht. Als seine Familie bezeichnet Tommy bis heute die Erzieher und „Geschwister“ aus dem Kinderhaus.

Spenden
Wer die als gemeinnützig anerkannte Benita-Quadflieg-Stiftung bei der Finanzierung des Kinderhauses Mignon unterstützen möchte, kann direkt spenden:
IBAN DE86 2005 0550 1001 2296 71 (Haspa).
Weitere Informationen gibt es unter
www.benita-quadflieg-stiftung.de
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