Bürgerverein gegen weitere Unterkünfte

Das Pavillondorf Sieversstücken in Sülldorf an der Grenze zu Rissen wurde vor rund 20 Jahren gebaut. Weil Hamburg verpflichtet ist, weitere Flüchtlinge aufzunehmen, sollen hier 13 zusätzliche Bauten für 288 Bewohner entstehen. Foto: rs

Flüchtlinge: Erneute Debatte um Vergrößerung des Pavillondorfs Sieversstücken

Von Reinhard Schwarz. Erweiterungspläne in der Kritik: In einer Erklärung wendet sich der Bürgerverein Sülldorf-Iserbrook gegen die Vergrößerung des Pavillondorfs Sieversstücken. In der Unterkunft Sieversstücken leben derzeit 324 Menschen, zum großen Teil Flüchtlinge, aber auch wohnungslose Bürger sind dort untergebracht. In einem zweiten Bauabschnitt sollen für weitere 288 Flüchtlinge 13 zusätzliche Pavillons gebaut werden. Gegen dieses Vorhaben wendet sich der Vorstand des Bürgervereins.
Die „Bürger im Umfeld Sülldorfs“ hätten zwar Verständnis für die Problematik, heißt es im Mitteilungsblatt „Unser Bote“, aber: „Eine zu große Konzentrierung von Asylsuchenden an einer Stelle ist problematisch und fördert nicht die gewünschte Integration.“ Weiterhin sollte schon das vor rund 20 Jahren gebaute Pavillondorf nach fünf Jahren zurückgebaut werden, versprachen einst die Behörden. Doch aus dem Provisorium wurde ein Dauerzustand.
„Ich kann den Ärger der Bürger verstehen“, räumt Helga Rodenbeck vom Runden Tisch Blankenese ein. „Aber Hamburg hat nicht soviel Flächen zur Verfügung.“ Der Runde Tisch betreut seit rund 20 Jahren ehrenamtlich die Bewohner der Unterkunft Sieversstücken.
Auch Henrik Strate von der SPD Rissen-Sülldorf verweist auf Platznöte der Hansestadt. „Wir haben keine Flächen mehr.“ Das ehemalige Pavillondorf am Hemmingstedter Weg sei vor längerer Zeit abgerissen worden. „Es gibt noch eine andere Fläche im Niemandsland zwischen Rissen und Wedel. Da wollen wir aber niemanden unterbringen.“
Lieselotte Zoder, Vorsitzende des Bürgervereins Sülldorf-Iserbrook erklärte auf Anfrage: „Wir kämpfen für den Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen.“ Darüber hinaus hätte „man mit uns nicht gesprochen“. Dem widerspricht Strate: „Es hat am 14. Januar eine öffentliche Veranstaltung des Sülldorf Forums gegeben, bei der Frau Zoder auch anwesend war sowie Vertreter der Sozialbehörde.“ Darüber hinaus soll eine städtische Fläche überbaut werden, die vorher als Pferdekoppel diente.
Pvaillions wieder aus Holz: Laut Christiane Schröder, Sprecherin von Fördern & Wohnen, Betreiber des Pavillondorfes Sieversstücken, sei mit Fertigstellung der neuen Häuser zum 31. Januar 2015 zu rechnen. „Wir haben zum 31. Januar einen Bauantrag gestellt.“ Schröder zufolge werden wieder Pavillons in Holzbauweise entstehen.
Neu sei, dass für die voraussichtlich 288 Bewohner abgeschlossene Wohnungen entstehen: „Mit eigener Küche und Bad.“ Einziehen werden voraussichtlich Flüchtlingsfamilien.
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