Bombenalarm in Nienstedten

DRK-Rettungssanitäter Björn Gragetopf (r.) und Rettungsassistentin Stefanie Loß evakuieren sich um einen Bewohner des Seniorenheimes an der Baron-Voght-Straße. Insgesamt waren mehr als 30 Helfer im Einsatz. (Foto: drk)

Nienstedten: Fliegerbombe gefunden – Altenheim musste
evakuiert werden

Es herrschte der Ausnahmezustand: Bei einem Hausbau in der Jürgensallee wurde eine 250 Pfund schwere Fliegerbombe entdeckt. Sie lag nur 40 Zentimeter tief im Boden. Sofort wurde die Gegend 300 Meter rund um den Blindgänger abgesperrt. Ein Altenheim, mehrere Wohnhäuser und ein Restaurant mussten evakuiert werden. Und die S-Bahn fuhr auch nicht mehr.
Nichts ging mehr: 150 Polizisten waren im Einsatz und sperrten die Jürgensallee ab. Bewohner der Seniorenresidenz an der Baron-Voght-Straße wurden von mehr als 30 Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in das Osdorfer Gymnasium Knabeweg in Sicherheit gebracht. Dafür setzte das DRK zahlreiche Rettungswagen und Transportbusse ein.
Der S-Bahnbetrieb der Linien 1 und 11 wurde eingestellt. Alle mussten das Gefahrengebiet verlassen – bis auf den anrückenden Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr.
Sprengmeister Burkhard Mantsch und sein Team standen vor einer riesigen Herausforderung: Bei der britischen Bombe, die mindestens aus drei Kilometern Höhe im Krieg abgeworfen wurde, war der Heckaufschlagzünder völlig deformiert. Die Entschärfung war schwierig, denn die Bombe hätte jeden Moment hochgehen können. „Wir haben Spezialöl und viel Gefühl verwendet. Millimeter für Millimeter haben wir den hochgefährlichen Zünder herausbekommen“, so Mantsch.
In den frühen Abendstunden war die Gefahr vorüber. „Unsere 30 Rotkreuz-Helfer brachten gegen 17 Uhr alle Bewohner wieder in die Seniorenresidenz zurück“, so Rainer Barthel, Pressesprecher des DRK.
Die Gefahr in Nienstedten ist gebannt. Doch in Hamburg werden noch 3.000 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.
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