Bleibt Schlecker in den Elbvororten?

Die Situation vor Ort ist trist: Die Leute gehen vorbei, es gibt kaum Kunden bei Schlecker an der Nienstedtener Straße. Ob die Filiale geöffnet bleibt, ist derzeit noch ungewiss (Foto: cvs)

Firmeninsolvenz: Ende März wird auch über die Zukunft der beiden Filialen in den Elbvororten entschieden

Ch. v. Savigny, Elbvororte - Im Schlecker-Markt in der Nienstedtener Straße ist an diesem Donnerstagmittag wenig los: Kaum ein Kunde findet den Weg in das Geschäft. An der Kasse sitzt eine einzige Mitarbeiterin – mehr Personal ist vorerst nicht zu sehen. „Wir müssen die Dinge so akzeptieren, wie sie sind“, sagt die Verkäuferin, die ihren Namen aus Angst vor Repressalien nicht nennen möchte. Vor gut drei Wochen hatte der Schlecker-Konzern, der Filialen in ganz Europa betreibt, Insolvenz angemeldet. Es gilt als sicher, dass zumindest ein Teil der Geschäfte schließen muss.
Mangelnde Attraktivität und ein schlechtes Image hatten zum Niedergang der Firma geführt: Während sich Konkurrenten wie Rossmann und dm stetig vergrößert und den Kundenvorstellungen angepasst hatten, galt bei Schlecker offenbar der Grundsatz, möglichst wenig Aufwand zu betreiben.
Die Filiale an der Nienstedtener Straße ist eine typische Schlecker-Filiale:klein und verwinkelt. Das Angebot nicht besonders groß. Derzeit fallen besonders die Lücken in den Regalen ins Auge – offenbar wird gar nicht mehr nachgefüllt. In der Vergangenheit hatte die Firma zudem mit Dumpinglöhnen und Mitarbeiterschikane Schlagzeilen gemacht. Immerhin: Die Löhne der 240 Schlecker-Angestellten in der Hansestadt sind zumindest bis Ende März gesichert. Bis dahin will sich der Insolvenzverwalter einen Überblick verschaffen.
Rund 70 Filialen gibt es in Hamburg – nur zwei davon befinden sich in den Elbvororten. Der zweite Schlecker-Markt steht an der Sülldorfer Landstraße. „Ziel ist es, alle wesentlichen Filialen zu erhalten“, sagt Firmensprecher Alexander Güttler. Welche das sind, will er allerdings nicht verraten. „Wir werden jedoch kein Geschäft retten, das tief in den roten Zahlen steckt.“
Inzwischen hat sich die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zum Sprachrohr der Schlecker-Beschäftigten gemacht. „Es sind nicht die Beschäftigten, die die finanzielle Misere von Schlecker verursacht haben“, betonte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. „Deshalb brauchen wir jetzt dringend ein Bündnis zur Rettung der Arbeitsplätze.“
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