Blankeneser wollen nicht so viele Flüchtlinge

Rund 250 Interessierte kamen in die Aula der Gorch-Fock-Schule – viele hatten etwas zu sagen.

Pläne für die Unterkunft Björsonweg vorgestellt: 200 Plätze.

Von Christopher von Savigny.
Angesichts steigender Flüchtlingszahlen will die Stadt Hamburg in Blankenese eine entsprechende Unterkunft errichten lassen: Am Björnsonweg entsteht bis Mitte 2016 ein Containerdorf für 192 Bewohner. Für die Flüchtlinge sollen dann insgesamt neun jeweils zweistöckige Pavillons mit jeweils vier Dreizimmerwohnungen bereitstehen. Zurzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren.
Bei einer Präsentation der Pläne durch den Altonaer Sozialausschuss und die Sozialbehörde (BASFI) in der Blankeneser Gorch-Fock-Schule wurde deutlich, dass sich die Bewohner zwar auf eine Flüchtlingsunterkunft eingestellt, jedoch mit erheblich weniger Bewohnern gerechnet hatten. Tatsächlich war man in den Planungen vom Herbst vergangenen Jahres noch von weniger als 100 Plätzen ausgegangen. Die meisten Anwohner betonten, pauschal nichts gegen eine Unterkunft zu haben. „50 bis 80 – das ist eine Zahl, die wir gut stemmen können“, sagte eine Teilnehmerin. Alles, was darüber hinausgehe, sei zu viel.
Befürchtungen, der Standort am Björnsonweg könne aufgrund des starken Flüchtlingsandrangs - ähnlich wie andere Hamburger Unterkünfte - künftig sogar noch mehr Asylbewerber als die geplanten 192 zulassen, erteilte Torsten Grube, Altonaer Bereichsleiter des Betreibers „Fördern und Wohnen“, eine Absage. „Eine Überbelegung ist am Björnsonweg nicht möglich“, so Grube. „Das gibt der Standort nicht her.“
Andere Besucher fürchteten einen Werteverlust ihrer Grundstücke: „Wir haben dort erst vor kurzem eine Doppelhaushälfte bezogen“, berichtete ein Anwohner, der die Präsentation der BASFI als „Sonnenschein-Vortrag“ abkanzelte. „Dass unsere Grundstücke dadurch entwertet werden, interessiert Sie wohl gar nicht!“
Angesichts der hitzig verlaufenen Diskussion kündigte die CDU Altona einen „Runden Tisch“ mit allen Beteiligten an.
Das Gelände am nordwestlichen Ende des Björnsonwegs war bereits einmal - bis Ende 2008 - als Unterkunft genutzt worden. Aufgrund ihres schlechten baulichen Zustands wurde sie Ende 2008 geschlossen.
Laut BASFI muss sich die Stadt Hamburg in diesem Jahr auf rund 10.000 Neuankömmlinge aus Flüchtlingsländern einstellen. Bislang geplant seien 6.300 Aufnahmeplätze – knapp 4.000 fehlen also noch.
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1 Kommentar
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Anka jordan aus Iserbrook | 03.07.2015 | 20:04  
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