Blankenese sackt noch immer ab

Die Anwohner haben ihrer Empörung mit einem Schild Luft gemacht (oben). Seit gut einem Jahr stützen Container die vor gut einem Jahr abgesackte Mauer (unten). Bauarbeiten? Fehlanzeige! Keine Firma will den Auftrag. (Foto: ch)

Blankeneser Hauptstraße: Mauer wird seit einem Jahr von Containern gestützt - Sanierung nicht in Sicht

Blankenese - Seit gut einem Jahr versperren zwei sandgefüllte Container die Blankeneser Hauptstraße kurz vor „Sagebiehls Fährhaus“. Sie stützen die ins Rutschen gekommene Hangmauer. Eigentlich sollten sie dort nur ein paar Tage stehen, bis die Mauer repariert wird. Das ist jetzt ein gutes Jahr her. Passiert ist immer noch nichts. Und in Kürze wird sich dort auch nichts tun. Denn keine Baufirma will den Auftrag übernehmen.
Zur Erinnerung: Auf zwei Metern Länge wölbt sich seit Frühling letzten Jahres die Stützmauer entlang der Blankeneser Hauptstraße. Die Wurzeln von Bäumen, die hinter der Mauerkrone stehen, drücken gegen die Mauer, heißt es aus dem Bezirksamt Altona.
Es muss ein unglaublicher Druck auf der alten Steinmauer liegen: Hunderte von Tonnen Erde lasten auf ihr. Gerieten die Erdmassen in Bewegung, würden die Häuser samt Gärten mitgerissen werden. Auch Fußgänger hätten keine Chance mehr, der Erdlawine zu entgehen.
Um das zu verhindern, stützen zwei sandgefüllte Container seit 1. April 2012 die Mauer ab. Busse und Autos müssen an dieser Stelle über den Gehweg fahren, um überhaupt vorbeizukommen.
Doch an der Mauer tut sich nichts. Zwar wurde der Hang oberhalb der Mauer bereits gerodet, aber es rückt keine Tiefbaufirma an. Keiner will den Auftrag. „Die Arbeiten wurden von den Vertretern des Grundeigentümers ausgeschrieben. Doch es hat sich leider kein Unternehmen für die Übernahme der Arbeiten beworben. Viele Firmen scheinen sich etwas leichtere Fälle als Auftrag auszuwählen“, sagt Kers-tin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamtes Altona. Jetzt hat das Bezirksamt das Heft in die Hand genommen und weitere Firmen vorgeschlagen. „Es müsste kurzfristig zu einer Beauftragung kommen“, gibt sich Godenschwege optimistisch. „Gefahrenzustände bestehen derzeit nicht.“
Damit kommen hohe Kosten für die Sanierung der Mauer auf die Seniorin zu, die Eigentümerin von Haus, Grundstück und Mauer ist. „Für alle Schäden an öffentlichen Wegen muss der Grundeigentümer aufkommen“, so Godenschwege. Allein die Sanierung der Mauer wird mit rund 35.000 Euro zu Buche schlagen.
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