Blankenese hat jetzt ein „Buntes Haus“

Einheimische und Flüchtlinge sind gespannt auf zukünftige, gemeinsame Nachmittage im Bunten Haus: Sven und Monika Mählmann, Hassan Alimokammadi, Jochen Jebens, Helga Neugebauer, Christa Meyer, Helga Rodenbeck, Martin Mäder (hinten, v.l.) Dorothee Schönfeld, Farnoosh Torbatinezhad, Marjan Toufanfanah, Xawa Suliman, Imke Weidtman und Joachim Schönfeldt (vorn, v.l.) . Foto: se

Im Treffpunkt für Flüchtlinge und Blankeneser engagieren sich an die 100 Ehrenamtliche

Stefanie Ender, Blankenese
Jetzt hat Blankenese ein „Buntes Haus“. Der Name ist irritierend: Es ist nämlich kein ganzes Haus, sondern ein Treffpunkt im Erdgeschoss der Bahnhofstraße 30. Der über 50 Quadratmeter große Ort der Begegnung wurde kürzlich eröffnet und wird Raum für Spielenachmittage, Beratungsgespräche, Studierkreise und Frauentreffs bieten. Insgesamt 100 Ehrenamtliche des Blankeneser Runden Tisches haben ihre Hilfe angeboten.
„Wir wollen Bürger und Geflüchtete zusammen bringen“, erklärt Helga Rodenbeck, Initiatorin des Bunten Hauses. Neben dem dienstäglichen Schachspiel und dem Kaffeetrinken am Sonnabend gibt es schon etliche Ideen zur Nutzung, aber noch keinen festen Plan. „Wir freuen uns über jede Idee und jeden Interessierten. Hier muss sich niemand binden“, meint Rodenbeck.
Einst Geschäftsräume einer Versicherung gibt es jetzt hier Platz für eine große Sitzecke, einen Eingangsbereich mit gemütlichen Kissensitzecken im Schaufenster und einem kleinen versteckten Raum im hinteren Bereich. „Dort soll ein Studierraum für Flüchtlinge entstehen. Schließlich sind die Unterkünfte manchmal so laut, dass keine Ruhe zum Lernen bleibt“, erklärt Rodenbeck die Pläne.

Großspende ermöglicht Betrieb für ein Jahr

Noch stehen ihre privaten Stühle und Tische hier. Die sollen bald gegen gespendetes Mobiliar ausgetauscht werden. Auch die Raummiete ist für mehr als ein Jahr durch eine Großspende gesichert. „Die Blankeneser sind sehr interessiert an dem Projekt“, sagt Rodenbeck. So möchte eine Blankeneserin Einnahmen aus einem Benefizkonzert nutzen, um Musik mit geflüchteten Mädchen zu machen. „Auch die Anwohner hier in der Bahnhofstraße sind sehr freundlich“, meint Rodenbeck und erzählt von einem syrischen Nachbarn, der eines Tages interessiert in der Tür stand und sogleich frisch gekochten syrischen Kaffee spendierte.

Kommunikation hilft gegen Sorgen und Ängste

„Für Flüchtlinge ist es wichtig, dass sie angenommen werden“, sagt Rodenbeck. Schließlich gäbe es Sorgen und Ängste nicht nur unter Blankenesern, sondern auch unter den Geflüchteten.
Rodenbeck weiß aus ihrer eigenen Tätigkeit als Sozialarbeiterin, dass Kommunikation hier helfen kann. Seit 25 Jahren engagiert sie sich in der Flüchtlingsarbeit, berät Menschen in beruflichen und rechtlichen Fragen, gibt Deutschunterricht und vermittelt medizinische und psychologische Hilfe. Im Dezember 2015 bekam sie für ihre Arbeit das Bundesverdienstkreuz verliehen.
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