Bauboom in Lurup

Bauboom in Lurup: Am Jan-Külper-Weg wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Wohnungen fertig gestellt – und es wird weiter gebaut. (Foto: rs)

Doch wer darf sich den Erfolg auf die Fahnen heften?

Reinhard Schwarz, Lurup - Es ist nicht zu übersehen: In Lurup entstehen Wohnungen fast schon am Fließband. „Bauboom in Lurup“, lautet daher eine Überschrift im Newsletter „Rote Seiten“ der Altonaer SPD. „Insgesamt sind seit Übernahme der Regierungsverantwortung der SPD im März 2011 fast 1.200 Wohnungen in Lurup in Planung oder bereits im Bau“, heißt es jubelnd in dem Artikel. Altona käme damit seiner Verpflichtung nach, jährlich 900 Wohnungen zu bauen.
Klar, dass die politischen Mitbewerber das so nicht hinnehmen wollen, denn vor 2011 regierte schließlich Schwarz-Grün in Altona, und zahlreiche Bauvorhaben wurden noch von CDU/GAL angeschoben. Erfolge, die jetzt die SPD für sich verbuchen kann. Frust bei der CDU. Der Senat sei klammheimlich von seinem Ziel, jährlich 6.000 Wohnungen zu bauen abgerückt, erklärt denn auch CDU-Bürgerschaftsabgeordneter Hans-Detlef Roock. Das offizielle Senatsziel seien nur noch 6.000 „genehmigte Wohnungen“. Das gehe aus offiziellen Erklärungen hervor.
Altonas SPD-Fraktionschef und Luruper Thomas Adrian, sieht diese Kritik gelassen: „Ich kann verstehen, dass Herr Roock versucht, unbedingt ein Haar in der Suppe zu finden.“ Die SPD habe mittlerweile eine Anfrage an den Bezirk gestellt, um herauszufinden, wie viel Wohnungen in der jüngsten Zeit im Bezirk nun wirklich bezugsfertig wurden.
Doch das ist offenbar nicht ganz einfach. Laut Bezirkssprecherin Kerstin Godenschwege seien 2012 in Lurup 249 Wohnungen „genehmigt“ worden. Verlässliche Zahlen gebe es nicht: „Wir sind lediglich Genehmigungsbehörde.“ Eine Erkundungstour vor Ort führt zwar auch nicht viel weiter, aber deutlich wird: Vor allem am Jan-Külper-Weg entstanden in den letzten Jahren viele Wohnungen, und es wird dort weiter gebaut.
Stefan Heidtmann, Geschäftsführer der SG Bau GmbH, erklärt, in 2012 entstanden am Jan-Külper-Weg 44 Sozialwohnungen in Passivhaus-Bauweise. Weitere 31 Wohnungen wurden in der Luruper Hauptstraße 220 erstellt. Aus Sicht Heidtmanns würden Anleger ihr Geld in vermeintlich solide Immobilien investieren: „Der Baumarkt profitiert von der Finanzkrise.“
Ähnlich sieht das auch Sven Hielscher (CDU): „Der Bauboom ist gar nicht so sehr durch die Politik motiviert, sondern durch das niedrige Zinsniveau.“
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