Ausgleichsmaßnahmen für XFEL-Bau: Geld statt Grün?

Die Baustelle aus der Luft: Südlich davon, in der Osdorfer Feldmark, stellten sich jüngst Grundbesitzer einem Naturausgleich in den Weg – sie wollen ihre Felder behalten. (Foto: Desy)
Von Sverre Gutschmidt.
Der Bau des XFEL-Forschungslasers in der Osdorfer Feldmark sorgt für Streit. Das Naturschutzgesetz sieht für die neu gebaute Forschungsanlage einen Öko-Ausgleich vor, idealerweise direkt vor Ort und nicht als Zahlung in einen Topf für fremde Naturschutzprojekte. Doch es sieht so aus, als ob es nicht gelingen wird, die für den Naturschutz nötigen weiteren Ausgleichsflächen zu finden.
Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok ist sauer, weil XFEL sich mit „sogenannten Ausgleichszahlungen freikaufen“ will. Dagegen meint Sven Hielscher, Grünexperte der CDU-Fraktion Altona: „Anne Krischok soll nicht so nervös sein und das Feindbild Desy schüren.“
XFEL/Desy selbst führt keine Verhandlungen um den Kauf von Ausgleichsflächen, sondern ist auf das angewiesen, was die Stadt aushandelt, sagt XFEL-Sprecherin Petra Folkerts: „Ein Teil der Kompensation ist schon durchgeführt, so ein großer Teil der Düpenau-Renaturierung. Aktuell bepflanzen wir Knicks und Randstreifen am Schenefelder Betriebsgelände. Ein großer Teil der Maßnahmen auf den Betriebsgeländen kann wegen des Baustellenbetriebs noch nicht umgesetzt werden. Für einen 1,5 Kilometer langen Knick suchen wir noch eine geeignete Fläche, möglichst in der Nähe der Schenefelder Baustelle.“
Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde (BSU), sagt: „Ein Drittel der denkbaren Ausgleichsmaßnahmen ist schon umgesetzt.“ Bisher wurden 32.102 Quadratmeter in der Osdorfer Feldmark im Bereich der Lübbenau zur Verfügung gestellt, beispielsweise für neue Hecken (Knicks). Eine Frist für die Maßnahmen gibt es nicht. Im Moment stocken Verhandlungen um den Kauf weiterer Flächen: „Das wäre einfach zu teuer“, so Dumann.
Auch Hielscher sagt: „Mitunter ist es schwer, vor Ort Ausgleich zu schaffen, da viele Flächen landwirtschaftlich genutzt werden – die Bauern wollen nicht verkaufen, denn dann wäre kein Betrieb mehr möglich.“
Dennoch: „Alles wird ausgeglichen“, sagt die BSU. Notfalls muss XFEL den Ausgleich neu planen. Zahlen geht nur als Notlösung, so die Verantwortlichen.
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