Auf Kater Felix wurde geschossen

Felix schaut traurig aus seinen grünen Augen, leidet Schmerzen. Damit er sich nicht ständig seine Wunde am rechten Hinterlauf leckt, muss er eine Halskrause tragen.

Der 15-jährige Kater überlebte nur mit Glück

Iserbrook - Die Gegend rund um die Auerbachstraße ist ruhig: Es gibt kaum Durchgangsverkehr, große Bäume stehen am Straßenrand, das Naturschutzgebiet ist in Sichtweite. Doch die Idylle trügt: In dem Gebiet wird scharf geschossen. Kater Felix kam von seinem Abendausflug mit einem Projektil im Körper wieder. Jetzt ermittelt die Polizei.
Es ist Freitagabend. Der 15-jährige Kater Felix wird von seiner Besitzerin am späten Abend noch hinaus gelassen. Wie üblich kommt er am nächsten Morgen von seinem Streifzug durch sein Gebiet wieder nach Hause. „Ich dachte, er ist mit einer anderen Katze hier in der Gegend aneinandergeraten. Er hatte schon früher einen Kratzer über der Nase“, so Besitzerin Gudrun Franke. „Doch am Sonntag sah ich, dass an seiner rechten Flanke das Fell ganz seltsam auseinanderklaffte und er sich die Stelle immer leckte. Ich schaute nach und traute meinen Augen nicht: Die Verletzung sah aus wie ein Einschuss.“
Gudrun Franke, die in der Pflege tätig ist, versorgte den Kater erst einmal und desinfizierte die Wunde. Am nächsten Tag ging ihr Mann Andreas Franke mit dem Kater zum Tierarzt. „Ein Projektil steckt in Felix´ Flanke“, erinnert er sich. „Felix hatte Glück. Wäre er etwas tiefer angeschossen worden, hätte das Projektil in der Bauchhöhle gesteckt und er wäre verblutet.“
Der Arzt operierte das Geschoss heraus. Trotz Antibiotika mussten Gudrun und Andreas Franke eine Woche lang um das Leben des Katers bangen. Jetzt ist Felix überm Berg: Er überlebte den Schuss. Warum der Kater angeschossen wurde, können sich seine Besitzer nicht vorstellen: „Er ist ein älterer Herr mit seinen 15 Jahren, bewegt sich langsam und ist froh, wenn man ihm nichts tut“, sagt Andreas Franke.
Doch jemand im Stadtteil muss einen Hass auf die Katze haben. „Beim Röntgen stellte der Tierarzt fest, dass Felix schon lange ein weiteres Projektil in seiner Brust hat. Mittlerweile ist es verkapselt und tut ihm nicht mehr weh.“
Darf man eigentlich einfach so herumballern? „Man darf mit einem erlaubnisfreien Luftgewehr auf seinem eigenen Grundstück schießen. Das Geschoss darf das Grundstück jedoch nicht verlassen“, so Polizeipressesprecher Andreas Schöpflin. Jetzt haben die Frankes Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.
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