Auf der Internationalen Gartenschau 2013 in Hamburg

  In 80 Gärten um die Welt? Ich habe sie nicht gezählt. Aber ein Besuch im 45000 qm2 großen Gelände der igs lohnt sich., wenn einige Voraussetzungen stimmen. Das Wetter sollte hochsommerlich warm sein und die Eintrittspreise müssen stimmen.

Meine Frau und ich waren am Freitagnachmittag, am 12 Juli um halb drei losgefahren und kamen vor 4 Uhr in Wilhelmsburg an. Da der Eintritt ab 17 Uhr pro Person 9 € kostet, hatten wir noch reichlich Zeit im Eingangsbereich der neu erbautem Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt das riesige Modell der Hamburger City von den Elbbrücken bis zum Museumshafen in Övelgönne zu besichtigen. Die Behörde ist wohl etwas zu groß geraten, denn sie ist größer als manches Ministerium in Berlin. Dann haben wir uns einer Führung angeschlossen und die Gebäude der gleichzeitig stattfindenden Bauausstellung besichtigt. Waterhouse: bunte Gebäudewürfel im Wasser mit Bootsanleger. Holzverkleidete Wohnblocks, sowie Fassaden, mit wassergefüllten Glasscheiben wie Aquarien oder mit Sonnensegeln versehen, die sich selbstständig nach der Sonne ausrichten, wenn sie denn scheint. Heute schien sie sehr. Am schönsten waren die kleinen Kinder in den Innenhöfen. Die taten das, was Kinder immer tun, wenn sie spielen. Sie kreischen und sind laut. Kaffee tranken wir im Außenbereich einer amerikanischen Fastfoodkette. Proviant wurde bei Aldi gebunkert.

Um 17 Uhr dann in die igs. Der Andrang der Besucher war überschaubar. Die große Blumenhalle war für Gartenfreunde sehr lehrreich. Hier konnte man perfekte Blumenarrangements bewundern und Kräuter schnuppern. Der Eingangsbereich der IGS war wenig mit Pflanzen und Blumen bestückt. Da ist jedes bessere Seniorenheim mit mehr Blumen geschmückt.

Sehenswert ist die voll in der Blüte stehende Rosenallee. Hier konnte man sich auf den zahlreich vorhandenen Bänke ausruhen. Für die igs sind wohl ein Teil der Schrebergärten geopfert worden. Auf der östlichen Seite waren sehr gepflegte Schrebergärten, die auch sehenswert waren. Das Gelände der igs liegt zwischen der Bahnlinie Hauptbahnhof und Harburg, eine der meist befahrenen Bahnstrecken in Europa und der Wilhelmsburger Reichsstraße. Die Reichsstraße wird mit einer riesigen Brücke überspannt, die so breit und groß ist, dass Napoleon und seine Truppen dort das Gelände queren könnten. Heute tröpfelten nur ein paar Blumenfreunde, wie wir ,über dies kostspielige Bauwerk , das wohl bald wieder abgerissen wird. Auf der anderen Seite ist natürlich belassener Wald, mit Teichen, Seen und Kanälen. Im ehemaligen Wasserwerk ist ein tatsächlich geöffnetes Großrestaurant. Auf der großen Wiese sind überall bunte Stühle und Liegen. Wasserwelten heißt ein lehrreicher Garten. Einige Kinder und ich sprangen auf mehrere Pumpenpfosten, die sich absenkten und eine Fontäne Wasser sprang dann hoch. Auf dem Rückweg war ein Garten mit Spielplatz. Klettergerüste in Baumhöhe und eine endlose Tunnelrutschbahn. Meine Frau meinte, ich soll um Gotteswillen nicht versuchen in die Röhren zu kriechen. Ich würde stecken bleiben.

Wieder über die Brücke kamen wir an einer Bühne vorbei, wo die üblichen Bands grenzwertige Bumsmusik spielten. Eine Bühne weiter war gar nichts los. Den Garten der Religionen haben wir übersehen. Hier gab es einen Vortrag „Buddha bei die Fische“ Gegenüber waren Gärten aus verschieden Regionen. Ein Torhaus aus dem alten Land, Ein Indianer Dorf mit Zelten. Irrgarten und Bienen- und Honiggarten.

Zurück ging es an einer noch schneeweißen Lärmschutzwand der Bahnstrecke entlang. Überall Bänke, Spielplätze, WCs und auch eine Skaterbahn, die tatsächlich mit Halbstarken angefüllt war.

Die Baumschule von Ehren zeigte Ihre Vorstellung, wie Bäume zu wachsen haben. Kugelig rund und fingerartig gewachsene Zweige. Das alles sah so künstlich aus, dass man versucht war zu prüfen, ob alles echt war.

Um halb 10 Uhr abends kamen wir schachmatt aus dem igs Gelände wieder heraus.. Es hatte sich gelohnt. Zumal überall die Blumen blühten und wir wundervolles Wetter hatten. Ausgegeben hatten wir alles zusammen € 23.80. Einschließlich Eintritt, Kaffee, Gebäck und Apfelsaft. Bisschen plietsch muss man sein und das Wetter muss mitspielen.

Heiner Fosseck
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.