Anwohner fürchten um ihre Wohnungen

Vom Abriss bedroht: die Häuser am Albertiweg 3-15. Die Mieter haben Angst, ausziehen zu müssen. (Foto: cvs)

Im Albertiweg 3-15 sollen fünf Backsteinhäuser abgerissen werden

Ch. v. Savigny, Othmarschen - Im Albertiweg sollen fünf Backsteinhäuser aus den 50er Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Um dem einen Riegel vorzuschieben, hat die Bezirksversammlung die Häuser mit einer „Erhaltungssatzung“ (s. Kasten) unter besonderen Schutz gestellt.
„Wir haben diesen Schritt gewählt, um die städtebauliche Eigenart dieses Ensembles zu erhalten und um die Zusammensetzung der dortigen Wohnbevölkerung zu gewährleisten“, sagt Wolfgang Kaeser (SPD), Mitglied im Planungsausschuss der Bezirksversammlung Altona. „Damit wollen wir insbesondere auch die dortigen Mieter vor der drohenden Entmietung schützen.“
Betroffen von den Abrissplänen sind die Mieter von insgesamt 42 Wohnungen. Der Besitzer möchte an Ort und Stelle größere und modernere Häuser errichten, die bautechnisch auf dem neuesten Stand sind. „Die Anforderungen an energetische Sanierungen sind enorm gewachsen“, sagt Carsten Jonas von der Immobilienverwaltung Wentzel Dr., die die Häuser am Albertiweg betreut. „Da kann man nur mit unverhältnismäßig großen Mitteln sanieren.“
Geplant seien nun „familiengerechte“ Wohnungen, Abrissgegner behaupten:Luxuswohnungen. Die Miete soll zwölf bis 14 Euro pro Quadratmeter betragen, dies wäre allerdings eine erhebliche Steigerung gegenüber dem derzeitigen Mietpreis.
Die Erhaltungssatzung, die jetzt noch von der Verwaltung abgesegnet werden muss, macht dem Vermieter erhebliche Auflagen, was bauliche Veränderungen angeht: Unter anderem darf keinesfalls abgerissen werden. Die FDP kritisiert daher das SPD-Vorhaben: „Dem Hausbesitzer werden die Krallen gezeigt“, sagt Lorenz Flemming von der FDP Altona.
Für die Mehrzahl der Bewohner wäre ein Auszug undenkbar – viele wohnen schon seit Jahrzehnten dort. „Die haben nicht im Traum daran gedacht, nochmal ausziehen zu müssen“, sagt Matthias Neumann, Pastor der Christuskirche.

Und das bedeutet "Erhaltungssatzung":
Erhaltungssatzungen sind baurechtliche Satzungen, die in Deutschland auf der Grundlage des Besonderen Städtebaurechts erlassen werden können. Rechtsgrundlage dafür sind die §§ 172 ff. des Baugesetzbuchs. Es gibt demnach drei Schutzziele, die die Aufstellung einer Erhaltungssatzung rechtfertigen können:
- die Erhaltung der städtebaulichen Eigenart eines Gebiets aufgrund seiner städtebaulichen Gestalt,
- den sogenannten Milieuschutz, also den Erhalt der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung, und
- die Unterstützung städtebaulicher Umstrukturierungen.
Der Abbruch („Rückbau“), die Änderung oder die Nutzungsänderung bedürfen einer (zusätzlichen) Genehmigung. Dabei wird am Maßstab der Erhaltungsziele geprüft, ob die Maßnahme zulässig ist.
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