„Anreise ist zu aufwendig!“

Corinna Benthack, Leiterin der Bücherhalle Blankenese, und Bibliotheks-Assistent Michel Kehden freuen sich über die überwiegend positiven Ergebnisse der Besucherumfrage.

Bücherhalle Elbvororte: Umfrage unter den Besuchern, jetzt liegt die Auswertung vor. Besucher bemängeln zu lange Wege

Sie ist erst drei Jahre alt, aber über 155.000 Leute werden sich in diesem Jahr Zeit für sie nehmen und weitere Strecken zurücklegen, um sie zu besuchen: die Bücherhalle Elbvororte. Jetzt haben die Mitarbeiter eine Umfrage unter den Besuchern gemacht, wie zufrieden diese mit dem Service sind.
„Mitgemacht haben 155 Besucher. Mit der Beratung, den Wartezeiten bei Ausleihe und Abgabe und der Kundenfreundlichkeit waren 41,33 Prozent sehr zufrieden“, freut sich Corinna Benthack, Leiterin der Bücherhalle. So wurden bis Ok-
tober dieses Jahres bereits 406.000 Mal Medien ausgeliehen. „Zu Jahresende werden wir die 500.00-Marke weit hinter uns gelassen haben“, schätzt Benthack aus ihrer Erfahrung.
Zufrieden mit den Öffnungszeiten, dem Medienangebot und der Präsentation der Medien waren 28,99 Prozent der Befragten. „Zum Zeitpunkt der Umfrage galten noch die alten Öffnungszeiten“, so Bibliotheks-Assistent Michel Kehden. Mittlerweile ist die Bücherhalle nicht mehr mittwochs, sondern montags geschlossen. „Die Umstellung wirkt sich extrem positiv auf die Ausleihe aus“, so Kehden.
Doch es gab auch kritische Stimmen. Zu wenig Veranstaltungen und moderne Medien. „Wir geben jetzt regelmäßig einen Veranstaltungsflyer heraus und haben Blu-Rays eingeführt“, so Benthack.
Ein Befragter äußerte grundlegende Kritik: „Für nicht Blankeneser Jugendliche ist die Anreise zu aufwendig.“ Für die „Groß-Bücherhalle“ Blankenese, die im Oktober 2009 Eröffnung feierte, wurden die kleineren Bücherhallen in Blankenese, Rissen und Iserbrook aufgelöst. Kinder und Jugendliche, die ein Buch ausleihen möchten, müssen erst einmal von Rissen nach Blankenese fahren. Sie zahlen einen Euro für ein Kinderticket. Doch dafür haben sie noch kein einziges Buch ausgeliehen. Sie sind erst einmal vor Ort.
Diesen Umstand bemängelt Karsten Strasser von der Partei „Die Linke“: „Iserbrook braucht wieder eine eigene Bücherhalle. Bücherhallen sind ein wichtiges stadtteilnahes Bildungsangebot, gerade für Kinder und Jugendliche.“ Doch dazu wird es nicht kommen: Die Bezirksversammlung lehnte den Antrag ab.
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
1.712
Karsten Strasser aus Altona | 14.12.2012 | 13:13  
258
Brigitte Thoms aus Lurup | 19.12.2012 | 12:01  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.