Angekommen!

Im Szeneviertel Sternschanze angekommen: die Bauwagengruppe Zomia. (Foto: cvs)

Bauwagengruppe Zomia hat sich auf der Brammerfläche eingelebt – wie geht’s nun weiter?

von Ch. v. Savigny, Sternschanze - Nach langer Odyssee kreuz und quer durch Hamburg hat die Bauwagengruppe „Zomia“ endlich ihren Platz auf der Brammerfläche an der Max-Brauer-Alle gefunden – zumindest vorerst.
Vor wenigen Wochen wurde der Pachtvertrag mit dem Bezirksamt unterschrieben. Danach dürfen die Bewohner das Gelände bis einschließlich Februar 2014 nutzen – für einen monatlichen Mietzins von 60 Euro kalt pro Person. Wie es anschließend weitergeht, ist unklar: Die Finanzbehörde will das Grundstück verkaufen, laut Auskunft gibt es bereits mehrere Interessenten. Bevor jedoch die Bagger anrücken, muss der aktuelle Bebauungsplan in Richtung „Wohnen und Gewerbe“ umgeändert werden – das kann Jahre dauern. „Der Aufstellungsbeschluss wurde im Mai 2012 veröffentlicht“, berichtet Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege. „Da das Verfahren von diversen Faktoren abhängt, ist ein Termin für das Inkrafttreten noch nicht vorhersehbar.“
Für die „Zomianer“ bedeutet das vor allem eines: erstmal Ruhe! „Wir sehen das total entspannt“, sagt Simon, einer der Bewohner. Ende 2011 war die Gruppe von ihrem Stellplatz in Wilhelmsburg vertrieben worden, wo sie ein Jahr lang gelebt hatte. Einem spontanen Protestzug durch die Hamburger Innenstadt hatten sich damals rund 2.000 Unterstützer angeschlossen. Anschließend kamen die Wagen für eine weiteres knappes Jahr am Holstenkamp unter. Auf der aktuellen, zentral gelegenen Brammerfläche würde man gerne länger bleiben.
„Auch im Februar 2014, oder wann immer wir hier weg sollen, werden wir uns nicht in Luft auflösen“, kündigt eine Bewohnerin bereits jetzt an. Das Bezirksamt macht sich in der Hinsicht keine Sorgen: „Rund um die sehr konstruktiven Verhandlungen mit Zomia haben wir keinen Grund daran zu zweifeln, dass die Vertragsbedingungen eingehalten werden“, so Godenschwege.
Zomia ist bemüht, sich im Stadtteil zu integrieren: Wie schon an früheren Standorten werden Cafénachmittage und Kneipenabende für Anwohner angeboten. „Es ist toll zu sehen, wieviel Unterstützung unser Projekt bekommt“, so die Bewohnerin abschließend.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.