Altes Industriegebiet wird Neubauviertel

So stellen sich die Planer den Neubau mit Blick von der Luruper Hauptstraße vor. (Foto: Skizze: Lübecker Norddeutschen Baugenossenschaft e.G.)

Auf ehemaligem Hermes-Gelände entstehen 224 Wohnungen

von Reinhard Schwarz, Lurup - Abrissarbeiten: Noch wühlen sich Bulldozer und Bagger durchs Erdreich, bald werden auch Bauarbeiter anrücken. Auf einem abgetrennten Teil des Hermes-Geländes entsteht zwischen Luruper Hauptstraße und Lüttkamp ein neues Wohngebiet mit 224 Wohnungen. Bauherr ist die Neue Lübecker Norddeutsche Baugenossenschaft e.G. Das „e.G.“ steht für eingetragene Genossenschaft. Vorstandsmitglied Volker Skroplies: „81 der 224 Wohnungen werden mit öffentlichen Mitteln gefördert.“
Probleme mit Altlasten während des Abbruchs habe es nicht gegeben: „Die Umweltbehörde war eingebunden und hat die Arbeiten begutachtet.“ Baubeginn ist im April 2013, im Jahr darauf sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Skroplies: „Der Bauantrag ist eingereicht.“ Zusätzlich zu den Wohnungen mit einer Größe von 45 bis rund 100 Quadratmetern entsteht eine Kindertagesstätte mit einer Nutzfläche von etwa 950 Quadratmetern. Der Genossenschafts-Vorstand bezeichnete das Bauprojekt als „logistische Herausforderung“, da unter den elf Wohnhäusern Tiefgaragen mit 210 Plätzen entstehen: „Es handelt sich um eine hochwertige Planung mit einer relativ offenen Bebauung und vielen Grünflächen.“ Geschätzte Baukosten: 45 Millionen Euro.
Die Ausweisung eines Teils des Hermes-Geländes als Wohngebiet (Bebauungsplan Lurup 62), war möglich geworden, weil das Unternehmen, das in aller Welt Schleifmittel herstellt, in eine wirtschaftliche Schieflage geraten war. Durch den Verkauf der Teilfläche – Insider sprechen von einem Kaufpreis von 20 Millionen Euro – konnte Hermes Schulden abtragen. Die Hermes Schleifmittel wurde 1927 in Lurup gegründet, ganze Familien waren über Jahrzehnte bei dem Unternehmen beschäftigt.
Bei dem neuen Grundeigentümer, der Neuen Lübecker, handelt es sich um eine Genossenschaft mit etwa 15.000 Wohnungen, einer Bilanzsumme von 630 Millionen Euro und 17.000 Mitgliedern. Wer eine Wohnung beziehen will, kann sich nicht „bewerben“, sondern muss Genossenschaftsmitglied werden.
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