Alte Unterhosen und Hundehaufen

Gustav (3, l.) und Henry (5) mit ihren Großeltern Ina-Maria und Klaus-Dittmer Lorenz machen mit, denn „nur Meckern ist nicht!“ (Foto: acz)

Aktion „Blankenese blitzblank“: Sieben Schulen machten mit!

- A.-C. Zilling - Igitt, ist das eklig!“, sagt Nele und schüttelt sich. Die Elfjährige und ihre Freundinnen staunen, was man in den Büschen des Goßlers Parks so alles findet: Unterhosen, ein Feuerzeug, eine Metallstange, die wohl mal zu einem Straßenschild gehörte, und jede Menge Bierdeckel. „Und richtig viele Hundehaufen!“, empören sich die Mädchen. Ein solcher ist auch der Grund für Neles Ekel – er war gemeinerweise mit einem Taschentuch getarnt, und dieses wollte das Mädchen aufheben. Zum Glück trug sie dabei Handschuhe, denn die hat der Blankeneser Bürgerverein als Initiator der Aktion „Blankenese blitzblank“ neben Müllsäcken und Greifzangen bereitgestellt.
Tatort Park: Laut Jürgen Weber, dem ersten Vorsitzenden des Bürgervereins, werden gerade die Parks von Jung und Alt gleichermaßen zugemüllt. „Die Jugendlichen werfen mit Flaschen nach Flaschen, das gibt richtig viele Scherben, so dass man seinen Hund manchmal schon durch den Park tragen muss, damit er sich nicht verletzt. Und die Omas stecken gern die Papiertaschentücher in die Ritzen der hölzernen Sitzbänke“, umreißt er den Handlungsbedarf.
Ihm und seinen Mitstreitern im Bürgerverein ist es wichtig, Kinder und Jugendliche mit der Aktion zu erreichen. In diesem Jahr haben sich sieben Schulen mit 261 Kindern beteiligt. Klassenweise strömten die Jungen und Mädchen in die umliegenden Parks, während sich die älteren Müllsammler verschiedene Blankeneser Straßenzüge vornahmen. Dabei geht es ihnen nicht darum, die Stadtreinigung zu ersetzen, sondern das Bewusstsein aller dafür zu schärfen, selbst auf Sauberkeit zu achten. „Die Aktion hat in erster Linie etwas Symbolisches“, so Weber.
Ob die Rechnung aufgeht? Eine Zwölfjährige bekennt: „Man denkt vielleicht noch zwei Wochen nach der Aktion daran, ordentlicher zu sein, aber dann ist alles wieder wie vorher.“ Immerhin können die Jugendlichen der Aktion etwas abgewinnen, denn die Fundstücke und die Art ihrer Entsorgung sind spannend. Um Bäume gewickelte Fahrradschläuche, Portemonnaies mit Kreditkarten oder ein unentdeckt gebliebenes Osterei – es war alles dabei!
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