Alte (Kunst-)Schätze aus dem Keller

Louis Gurlitt malte ungefähr im Jahr 1861 „Blick von Stöfs über den Großen Binnensee auf die Hohwachter Bucht“. Es ist das bedeutendste norddeutsche Panoramabild in der Sammlung des Altonaer Museums. (Foto: pr)

Altonaer Museum: Die schönsten Stücke der Gemäldesammlung werden bis Mai im Jenisch Haus gezeigt

Klein Flottbek - Das Altonaer Museum wird bis Ende April saniert und ist in dieser Zeit geschlossen. Damit die Besucher trotzdem nicht auf den Anblick von Kunstwerken aus der Gemäldesammlung verzichten müssen, sind wichtige Exponate im Jenisch Haus ausgestellt. Sogar lang nicht mehr gezeigte Werke wurden dafür aus dem Magazin geholt.
Landschaften, Wasser, Schiffe und Uferzonen - kaum ein Künstler, den die Ausstrahlung der Elb-Atmosphäre nicht fasziniert hätte. Die künstlerische Entdeckung der Elbe und der nordischen Landschaft nahm vor über 200 Jahren ihren Anfang. Ab 1830 folgte die weitere Entdeckung des norddeutschen Raumes. Gemalte Bildberichte gibt es über die Nord- und Ostseeküsten, die Inseln und das Land zwischen den Meeren. Angefertigt haben sie renommierte Maler, die an den Akademien in München und Kopenhagen studiert und dort die Freilichtmalerei kennengelernt hatten.
In diese Zeit gehört auch das bedeutendste norddeutsche Panoramabild der Sammlung: „Blick von Stöfs über den Großen Binnensee auf die Hohwachter Bucht“. Gemalt hat es Louis Gurlitt (1812-1897). Von einem erhöhten Standpunkt aus schweift der Blick des Betrachters über den Binnensee bis hin zur Ostsee. Im Vordergrund zeigt das Bild eine im Detail wiedergegebene bunte Wiesenlandschaft. Zudem sind Eichen, Eschen und Weiden zu entdecken. Gurlitts Ziel war es, ohne religiöse Überhöhung oder dramatisierende Arrangements, die „wahre Natur“ einer Landschaft darzustellen.
In dieser Zeit, also ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurden sogar Künstlerkolonien entlang der Küsten und auf den Inseln gegründet. Sie hielten beispielsweise den Elbstrand als Tummelplatz einer touristischen Badegesellschaft oder die Naturschönheit des Flusses auf Leinwand fest.
Im 20. Jahrhundert entstanden dann Gemälde, die stilis-tisch vom Expressionismus über die Neue Sachlichkeit bis hin zum magischen Realismus und zur Gegenwart einzuordnen sind.
Zu sehen sind auch Werke zeitgenössicher Künstler wie Lilli Fischer, die mit „Diplomatengepäck für den kleinen Grenzverkehr“ auf die Teilung Deutschlands und die Elbe als Grenzgebiet hinweist.
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